24 June 2026, 08:15

Rentenreform: Kommission fordert höhere Altersgrenze und Streichung der abschlagsfreien Frühverrentung

Woidke für Beteiligung aller Berufsgruppen in der Renten-Debatte

Rentenreform: Kommission fordert höhere Altersgrenze und Streichung der abschlagsfreien Frühverrentung

Eine von der Regierung eingesetzte Rentenkommission hat weitreichende Reformvorschläge für das deutsche Rentensystem vorgelegt. Zu den Empfehlungen gehören eine Anhebung des Renteneintrittsalters sowie die Abschaffung der Möglichkeit eines vorzeitigen, abschlagsfreien Renteneintritts für langjährig Versicherte. Die politischen Reaktionen lassen bereits erste Kontroversen erkennen – gefordert wird eine breite gesellschaftliche Debatte über die geplanten Änderungen.

Die Rentenkommission schlägt mehrere zentrale Maßnahmen vor. So soll die Regelung gestrichen werden, die Arbeitnehmern mit 45 Beitragsjahren einen vorzeitigen Renteneintritt ohne Abschläge ermöglicht. Zudem empfiehlt die Kommission, das gesetzliche Renteneintrittsalter schrittweise über 67 Jahre hinaus anzuheben und es an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Ein weiterer Vorschlag sieht die Einführung einer neuen, kapitalgedeckten Säule innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung vor.

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Darüber hinaus soll es für Selbstständige und Politiker künftig eine Beitragspflicht in der gesetzlichen Rente geben. Beamte bleiben zwar von der Versicherungspflicht ausgenommen, ihr Renteneintrittsalter soll jedoch an das der gesetzlichen Rente angeglichen und ebenfalls erhöht werden.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte an, die Empfehlungen „ohne Wenn und Aber“ umsetzen zu wollen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) forderte hingegen eine umfassende Diskussion, an der alle Berufsgruppen beteiligt werden müssten. Besonders wichtig sei es, die Auswirkungen der Reformen auf Rentner in Ostdeutschland zu prüfen. Woidke betonte zudem, dass auch die Beamtenversorgung in die Reformdebatte einbezogen werden müsse.

Die AfD und die BSW haben die Pläne zur Anhebung des Renteneintrittsalters und zur Einschränkung des vorzeitigen Ruhestands bereits scharf kritisiert. Die Vorschläge gehen nun in die Umsetzungsphase über, wobei mit einer Zuspitzung der politischen Auseinandersetzungen zu rechnen ist. Die Reformen könnten die Altersvorsorge für Millionen Beschäftigte im Land grundlegend verändern.

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