Schwerer Fahrradunfall auf der L3001: Warum Radfahrer in Hessen weiter um ihr Leben fürchten
Philip BinnerSchwerer Fahrradunfall auf der L3001: Warum Radfahrer in Hessen weiter um ihr Leben fürchten
Susanne Montiel wurde am 3. März 2023 bei einem Fahrradunfall schwer verletzt. Ein Außenspiegel eines Autos traf ihren Lenker, woraufhin sie in einen Straßengraben stürzte. Sie erlitt einen Bruch des Oberarmkopfs sowie Prellungen auf dem gefährlichen Abschnitt zwischen der Isenburger Straße und der Industriestraße in Heusenstamm.
Montiel pendelt täglich mit dem Fahrrad von Dietzenbach nach Offenbach und zurück. Die von ihr genutzte Straße, ein Teil der L3001, verfügt über keine ausreichende Radinfrastruktur, sodass sie sich die Fahrbahn mit dem schnellen Autoverkehr teilen muss.
Vor drei Jahren starb an derselben Stelle ein weiterer Radfahrer bei einem ähnlichen Unfall. Trotz Versprechungen wurden seitdem keine Sicherheitsverbesserungen umgesetzt. Jochen Teichmann vom Radentscheid Offenbach betonte, dass ordentliche Radwege diesen Unfall hätten verhindern können. Zudem wies er darauf hin, dass 89 Prozent der ländlichen Straßen in Hessen Radfahrern nicht genug Platz bieten.
Lokale Initiativen fordern nun erneut konkrete Maßnahmen. Michael Erzberger vom ADFC Dietzenbach hat den Dietzenbacher Bürgermeister aufgefordert, die Pläne für eine Radverkehrsinfrastruktur zu beschleunigen. Der ADFC-Aktivist Roland Heidl warnte vor den anhaltenden Risiken auf dieser Strecke und verwies auf Rasen sowie Autofahrer, die den vorgeschriebenen Mindestabstand beim Überholen nicht einhalten.
Der Unfall hat die Forderungen nach geschützten Radspuren entlang der L3001 neu entfacht. Gleichzeitig wünschen sich die Initiativen eine vollständige und schnelle Genesung für Montiel. Die Behörden geraten zunehmend unter Druck, die längst versprochenen Sicherheitsmaßnahmen endlich umzusetzen.
