Spionageverdacht erschüttert deutsches Elite-Forschungsinstitut CISPA
Sigmund FreudenbergerSpionageverdacht erschüttert deutsches Elite-Forschungsinstitut CISPA
Schwere Vorwürfe der wissenschaftlichen Spionage an führendem deutschen Forschungsinstitut
Ernste Bedenken wegen möglicher wissenschaftlicher Spionage an einem der bedeutendsten deutschen Forschungszentren sind aufgetaucht. Eine Untersuchung des Handelsblatts deckte Risiken auf, dass sensible Daten und Fachwissen vom CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit in Saarbrücken nach China abfließen könnten.
Das CISPA Helmholtz-Zentrum wurde 2011 gegründet und trat 2019 der Helmholtz-Gemeinschaft bei. Es erhält 90 Prozent seiner Förderung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Ein geplanter Neubau für das Institut soll rund 350 Millionen Euro kosten.
Die Ermittlungen ergaben, dass in einer Forschungsgruppe 18 von 19 Mitgliedern chinesischer Herkunft waren. Eine weitere Gruppe bestand ausschließlich aus Wissenschaftler:innen aus China. Diese Erkenntnisse nährten den Verdacht einer möglichen Verstrickung in chinesische Wissenschaftsspionage.
Der Institutsleiter Michael Backes wurde vorläufig von seinen Aufgaben entbunden, während der Fall geprüft wird. Er verteidigte zwar die bestehenden Schutzmaßnahmen des CISPA gegen ausländische Infiltrierung, akzeptierte aber seine Suspendierung. Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) hat einen unabhängigen Sonderprüfer mit der Leitung der Untersuchung beauftragt.
Das Bundesforschungsministerium will die Ergebnisse der Prüfung abwarten, bevor es offiziell Stellung bezieht. Die Sonderuntersuchung soll klären, ob es Sicherheitsverstöße am CISPA gab. Die weitere Finanzierung und die Expansionspläne des Instituts könnten von den Ergebnissen der Ermittlungen abhängen. Die Behörden haben bisher noch keine abschließende Bewertung der Vorwürfe vorgenommen.
