Steinmeier wirbt für deutsche Olympia-Bewerbung 2036 – doch DOSB setzt auf spätere Spiele
Philip BinnerSteinmeier wirbt für deutsche Olympia-Bewerbung 2036 – doch DOSB setzt auf spätere Spiele
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich öffentlich für eine deutsche Bewerbung um die Olympischen Spiele 2036 ausgesprochen. Seine Unterstützung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Land seine Optionen für die Ausrichtung des Großereignisses prüft – mehrere Städte haben bereits großes Interesse signalisiert. Die Ankündigung folgt auf wachsende Unsicherheiten über eine mögliche Bewerbung Katars, die aufgrund von Sicherheitsbedenken in der Kritik steht.
Steinmeiers Rückendeckung unterstreicht seinen Wunsch, die Olympischen Spiele mehr als 50 Jahre nach der Austragung in München 1972 wieder nach Deutschland zu holen. Gleichzeitig betonte er, wie wichtig es sei, das Jubiläum der Spiele von 1936 vor dem historischen Hintergrund verantwortungsvoll zu behandeln. Otto Fricke, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), begrüßte zwar die Unterstützung des Bundespräsidenten, wies jedoch darauf hin, dass Steinmeier persönlich eine Bewerbung für 2040 oder 2044 bevorzugt.
Drei große Regionen – München, das Rheinland (Köln-Rhein-Ruhr) und Berlin – haben bereits eine Zwei-Drittel-Mehrheit für mögliche Bewerbungen um die Spiele 2036, 2040 oder 2044 gesichert. Der DOSB wird am 26. September 2026 offiziell über die deutsche Kandidatenstadt für die Olympischen Spiele entscheiden. Fricke machte zudem deutlich, dass eine breite politische Unterstützung – sowohl im Inland als auch international – entscheidend für eine erfolgreiche Bewerbung sein werde.
Katar galt zunächst als Favorit für die Austragung 2036, doch es gibt zunehmend Zweifel an der Fähigkeit des Landes, die Spiele sicher auszurichten. Fricke versicherte, der deutsche Sport werde die Bedeutung des Jahres 2036 unabhängig davon, ob die Spiele dann in Deutschland stattfinden, mit der gebotenen Sensibilität behandeln.
Die endgültige Entscheidung des DOSB über die Kandidatenstadt fällt 2026. Bei Erfolg könnte Deutschland erstmals seit 1972 wieder Olympische Spiele ausrichten – mit München, dem Rheinland oder Berlin als möglichen Austragungsorten. Das Ergebnis der Bewerbung könnte zudem die künftige Planung der Olympischen Spiele beeinflussen, abhängig von internationalen Reaktionen und konkurrierenden Angeboten.






