Streit um Gipsabbau bei Würzburg: Knaufs Pläne zwischen Wirtschaft und Trinkwasserschutz
Sigmund FreudenbergerStreit um Gipsabbau bei Würzburg: Knaufs Pläne zwischen Wirtschaft und Trinkwasserschutz
Die Regierung Unterfrankens hat strenge Auflagen für das Gipsabbauprojekt des Konzerns Knauf in der Nähe von Würzburg bekannt gegeben. Das Gebiet ist von entscheidender Bedeutung für die Trinkwasserversorgung der Stadt und der umliegenden Gemeinden. Knauf begrüßte die Bewertung als fachliche Bestätigung für seine Pläne.
Das Unternehmen beabsichtigt, 50 Jahre lang jährlich eine Million Tonnen Gips untertage abzubauen. Die Regierung erklärte, dass der Abbau keine unkontrollierbaren Risiken berge, sofern spezifische Sicherheitsvorkehrungen eingehalten würden. Dennoch bleibe ein Restrisiko bestehen, und die Förderung müsse eingestellt werden, falls der Grundwasserspiegel sinkt.
Das Vorhaben stößt auf Widerstand. Eine Online-Petition gegen das Projekt sammelte über 5.600 Unterschriften. Während des raumordnerischen Prüfverfahrens wurden 79 Behörden angehört und 4.300 Einwendungen aus der Bevölkerung geprüft. Die Grünen kritisierten, die Risikobewertung verharmlose die Gefahren für das Trinkwasser.
Die endgültige Genehmigung wird vom Bergamt Nordbayern entschieden. Mit einem Beschluss wird noch in diesem Jahr gerechnet. Das Projekt schreitet unter strenger Aufsicht voran. Knauf muss die Auflagen zum Schutz des Grundwassers einhalten. Die Behörden werden vor Beginn des Jahres 2025 über das weitere Vorgehen entscheiden.
