Stuttgart 21: Fünf weitere Jahre Verzögerung und Kostenexplosion auf 14,5 Milliarden Euro
Cathleen HövelStuttgart 21: Fünf weitere Jahre Verzögerung und Kostenexplosion auf 14,5 Milliarden Euro
Das Stuttgarter Bahnprojekt Stuttgart 21 hat einen weiteren schweren Rückschlag erlitten: Die Inbetriebnahme verzögert sich um fünf Jahre – von 2026 auf 2031. Gleichzeitig sind die Kosten weit über die ursprünglichen Planungen explodiert.
Mit dem Bau von Stuttgart 21 wurde 2010 begonnen. Ziel des Vorhabens ist der Ersatz des alten Kopfbahnhofs durch einen neuen unterirdischen Durchgangsbahnhof. Noch im selben Jahr kam es zu massiven Protesten, als die Polizei mit Wasserwerfern, Pfefferspray und Schlagstöcken gegen Demonstranten vorging, die sich gegen den Abriss des bestehenden Bahnhofs wandten.
Die Grünen gewannen durch diese Proteste in Baden-Württemberg politischen Aufwind. Bereits 2011 übernahmen sie die Regierungsverantwortung in dem Bundesland. Nun fordert Ministerpräsident Cem Özdemir dringende Fortschritte bei dem seit Jahren verzögerten Großprojekt.
Die Deutsche Bahn hat die geschätzten Kosten mittlerweile auf 14,5 Milliarden Euro hochgesetzt – mehr als das Dreifache der ursprünglichen Kalkulation von 4,5 Milliarden Euro. DB-Chefin Evelyn Palla machte kürzlich die Verzögerungen vor allem an den Schwierigkeiten bei der Digitalisierung des Stuttgarter Eisenbahnknotens fest. Hinzu kommt, dass über 1.000 Kilometer Kabel und Leitungen fehlerhaft verlegt wurden und nun ausgetauscht werden müssen.
Das Projekt liegt weiterhin deutlich hinter dem Zeitplan und sprengt das Budget bei Weitem. Die jüngste Verzögerung verschiebt die Eröffnung auf das Jahr 2031. Während die Arbeiten voranschreiten, sehen sich die Verantwortlichen weiterhin mit technischen und finanziellen Herausforderungen konfrontiert.
