21 June 2026, 02:17

Von Dodel zu Dankbarkeit: Wie Österreichs Schimpfkultur auf radikale Freundlichkeit trifft

Der Karotte ohne den Stock: Klaus Eckel über radikale Freundlichkeit

Von Dodel zu Dankbarkeit: Wie Österreichs Schimpfkultur auf radikale Freundlichkeit trifft

Österreicher verfügen über einen reichen Schatz an Schimpfwörtern – allein über 50 Ausdrücke für „Idiot“ lassen sich finden. Dazu zählen kreative Beleidigungen wie Dodel, Wappler oder Nudelaug. Doch während die einen mit scharfer Zunge um sich werfen, plädiert die Autorin eines neuen Buches über „radikale Freundlichkeit“ dafür, Ärger im Alltag durch Dankbarkeit zu ersetzen.

Sie beobachtet, dass Fluchen in Österreich wie eine Energiequelle oder gar eine Art Yoga wirken kann. Dennoch schlägt sie einen sanfteren Weg vor: statt sich über langsame Fahrer auf der Südautobahn zu ärgern, will sie sie künftig als „belebend“ wahrnehmen.

Mit einem Augenzwinkern wirft sie die Frage auf, ob ihr Buch „Radikale Freundlichkeit“ in Österreich nicht gleich verboten gehören sollte – in einem Land, in dem scharfzüngige Ausdrücke blühen. Humorvoll bezeichnet sie sich selbst nach eigenen Patzern als „kognitiven Minimalisten“ und kündigt an, künftig selbst für kleine Unannehmlichkeiten zu danken, statt sich aufzuregen.

Der Kontrast zwischen Österreichs blühender Schimpfkultur und dem Plädoyer für mehr Nächstenliebe offenbart eine kulturelle Eigenheit. Indem die Autorin Dankbarkeit statt Verärgerung wählt, will sie kleine, alltägliche Begegnungen neu prägen. Die Botschaft ist simpel: Ärger durch Wertschätzung ersetzen.

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