Wiesbaden enthüllt erschreckende LGBTQ+-Diskriminierung – und plant Gegenmaßnahmen
Cathleen HövelWiesbaden enthüllt erschreckende LGBTQ+-Diskriminierung – und plant Gegenmaßnahmen
Wiesbaden veröffentlicht Ergebnisse der ersten Umfrage zu LGBTQ+-Erfahrungen in der Stadt
Über 200 Personen haben in der ersten repräsentativen Erhebung Wiesbadens zu Diskriminierung, Gewalt und Sicherheitsbedenken von LGBTQ+-Menschen ihre Erfahrungen geschildert. Die Ergebnisse lösten Forderungen nach besseren Schutzmaßnahmen und klareren Meldewegen aus.
Die Umfrage zeigt, dass verbale Beleidigungen, Drohungen und körperliche Angriffe gegen LGBTQ+-Bürger:innen weit verbreitet sind. Viele Berichte nennen zudem sexuelle Belästigung, insbesondere in öffentlichen Räumen. Zwar fühlten sich die meisten Befragten bei Tageslicht sicher, doch nahm die Angst mit Einbruch der Dunkelheit deutlich zu.
Als besonders gefährlich gelten Teile der Innenstadt, das Westend, der Vorplatz des Hauptbahnhofs sowie Bushaltestellen. Nur wenige Betroffene erstatteten Anzeige – oft aus Unkenntnis über das richtige Vorgehen oder wegen Zweifeln, ob die Behörden überhaupt handeln würden.
Bürgermeisterin Christiane Hinninger reagierte auf die Ergebnisse mit dem Versprechen, die Sicherheitsvorkehrungen zu verbessern. Die Stadt will bestehende Hilfsangebote ausbauen und für Betroffene sichtbarer machen. Unterdessen kündigte das Polizeipäsidium Westhessen an, stärker gegen LGBTQ+-feindliche Straftaten vorzugehen und die Strafverfolgung zu verschärfen.
Die Umfrageergebnisse sollen die künftige LGBTQ+-Sicherheitspolitik Wiesbadens prägen. Geplant sind vereinfachte Meldeverfahren, um das Vertrauen in die Strafverfolgungsbehörden zu stärken. Zudem wollen die Verantwortlichen durch gezielte Streifen und Aufklärungskampagnen die Risikobereiche entschärfen.






