Wiesbaden verwandelt Così fan tutte in ein radikales Beziehungsexperiment auf der Bühne
Ronald KramerWiesbaden verwandelt Così fan tutte in ein radikales Beziehungsexperiment auf der Bühne
Staatstheater Wiesbaden verwandelt Mozarts Così fan tutte in ein kühnes Beziehungsexperiment
Für die kommende Spielzeit inszeniert das Staatstheater Wiesbaden Mozarts Così fan tutte als gewagtes Experiment über zwischenmenschliche Beziehungen – und bricht dabei bewusst mit klassischen Theaterkonventionen. Das Publikum wird nicht nur Zuschauer, sondern direkt auf der Bühne zum Teil der Handlung.
Regisseurin Marie-Ève Signeyrole hat die Oper als Campus-Spiel neu interpretiert: Die Bühne verwandelt sich in eine Kunsthochschule, und Don Alfonsos berühmtes Experiment entfaltet sich mitten unter zwanzig jungen Paaren, die auf der Bühne Platz nehmen. Sie werden zu Beobachtern und Akteuren zugleich. Die übliche Trennung zwischen Darstellern und Publikum entfällt – der Abend beginnt sogar hinter der Bühne, um alle von der ersten Minute an in das Geschehen einzutauchen.
Das Theater sucht noch junge Paare zwischen 18 und 35 Jahren, die Lust auf das Abenteuer haben. Vorkenntnisse sind nicht nötig, gefragt sind nur Mut und Humor. Die Tickets kosten lediglich 10 Euro, um den Abend einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Signeyroles Ansatz zielt darauf ab, schonungslos echte Wahrheiten über Beziehungen freizulegen – mit den Themen der Oper als Spiegel, der menschliche Verbindungen auf provokante und interaktive Weise hinterfragt.
Die Produktion stellt das traditionelle Opernerlebnis auf den Kopf, indem sie das Publikum ins Zentrum der Handlung rückt. Durch die aktive Einbindung der Teilnehmer verspricht der Abend eine einzigartige Auseinandersetzung mit Liebe, Vertrauen und Täuschung. Die Bewerbung für Paare, die Teil dieses ungewöhnlichen Blickwinkels auf ein klassisches Werk werden möchten, läuft noch.






