ZDK reformiert Satzung: Klare Trennung vom ZVK nach jahrelangem Machtkampf
Ronald KramerZDK reformiert Satzung: Klare Trennung vom ZVK nach jahrelangem Machtkampf
Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDK) hat angesichts wachsender Spannungen mit dem Zentralverband der Deutschen Handwerkskammern (ZVK) weitreichende Satzungsreformen durchgesetzt. Die im späten Januar beschlossenen Änderungen zielen darauf ab, mehr Transparenz zu schaffen und langjährige Konflikte um Finanzierung und Führung zu lösen.
Die Reformen erfolgen vor dem Hintergrund eines eskalierenden Streits beider Organisationen über Mitgliedsbeiträge und Einflussnahme. Der ZDK wirft dem ZVK vor, gezielt versucht zu haben, seine Arbeit zu destabilisieren.
Kernpunkt der neuen Satzung ist die klare institutionelle Trennung zwischen dem ZDK und seinen Landesverbänden. Künftig sind gemeinsame Funktionsträger in den Gremien nicht mehr zulässig – eine Praxis, die bisher Doppelmandate ermöglichte. Stattdessen erhält nun ein Vertreter der Handwerksführung einen Sitz im ZDK-Vorstand, während das bisherige System garantierter Mandate entfällt.
Auch finanziell bringt die Reform deutliche Änderungen mit sich: Jede organisierte Werkstatt wird künftig jährlich 100 Euro an die ZDK-Zentrale in Bonn zahlen. Dies folgt auf einen Streit im Oktober 2025, als der ZVK Anspruch auf 95 Prozent der ZDK-Mitgliedsbeiträge erhob – ein Schritt, den der ZDK als Versuch bezeichnete, den Verband "auszuhungern".
Der ZDK spricht von einem "bewusst herbeigeführten Szenario", um eine Spaltung zu erzwingen. Als Reaktion plant die Organisation, in betroffenen Regionen vermehrt Aufklärungsarbeit zu leisten und Unternehmen über mögliche Folgen eines Austritts zu informieren. Zudem betonte der Verband, dass künftige Personalentscheidungen demokratisch durch Abstimmungen in der Mitgliederversammlung getroffen werden.
Um eine weitere Zersplitterung zu verhindern, führt der ZDK direkte Beitrittsmöglichkeiten für Werkstätten zur Bonner Zentrale ein. Diese Maßnahme soll einem organisatorischen Auseinanderbrechen entgegenwirken, falls sich Landesverbände zum Austritt entscheiden.
Die Reformen markieren einen tiefgreifenden Wandel in der Arbeitsweise des ZDK: mit strengeren finanziellen Kontrollen und klareren Governance-Regeln. Durch den Verzicht auf gemeinsame Funktionsträger und die Einführung fester Beiträge hofft der Verband, seine Position zu festigen. Wie sich die Änderungen auswirken, hängt nun davon ab, wie Unternehmen und regionale Gremien darauf reagieren.






