25 April 2026, 16:18

Zufit Simon bricht mit The Fight Club radikal mit ihrem künstlerischen Erbe

Drei Frauen in farbigen Kleidern tanzen anmutig in einer Zeichnung von Pierre Auguste Renoir mit detaillierter Kleidung und Gesichtsmerkmalen.

Zufit Simon bricht mit The Fight Club radikal mit ihrem künstlerischen Erbe

Zufit Simon, eine Tänzerin und Choreografin, die für ihre kühn-unkonventionellen Arbeiten bekannt ist, eröffnet das Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover. Ihr neuestes Stück The Fight Club feiert am 23. April Premiere. Die Aufführung markiert eine neue Richtung in ihrer Karriere – eine, die Kampf und männliche Energie in den Mittelpunkt stellt.

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Simon wurde 1980 in Israel geboren, lebt aber seit 25 Jahren in Deutschland. Ihr künstlerischer Weg begann 2002 in München, wo sie erstmals in Turm zu Babel der Company CobosMika auftrat. Ihre frühen Arbeiten zogen schnell Aufmerksamkeit auf sich. 2024 gewann ihr Stück Radical Cheerleading – eine körperbetonte Protestperformance über weiblichen Widerstand – den Preis des Best OFF Festivals. Ihr Schaffen kreist oft um Frauen und Performende, die als weiblich gelesen werden, und verbindet kühle Distanz mit roher Intensität. Traditionelle Erzählstrukturen meidet sie, romantische Spektakel lehnt sie ab. Stattdessen beunruhigt sie das Publikum, indem sie sich selbst zuerst aus dem Gleichgewicht bringt.

Jahre lang war die artblau Tanzwerkstatt von Dietrich Oberländer in Braunschweig eine wichtige Stütze – hier entstanden viele ihrer Werke. Doch 2016 strich das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur ihre konzeptionelle Förderung. 2024 folgte ein weiterer Rückschlag: Das LOT Theater, wo zahlreiche ihrer Stücke uraufgeführt wurden, meldete Insolvenz an und schloss.

Trotz dieser Hindernisse wuchs Simons Einfluss. 2025, mit 45 Jahren, erhielt sie den Münchner Tanzpreis für ihr Lebenswerk. Ihr neues Stück The Fight Club bricht mit ihren früheren Themen: Statt Weiblichkeit und Ambivalenz dominieren nun Aggression und männliche Attitüde – ein bewusster Bruch mit ihrem bisherigen Werk.

Die Premiere fällt in eine Phase, in der ihre Karriere für Widerstandsfähigkeit und Neuerfindung steht. Das Best OFF Festival präsentiert The Fight Club als ihren jüngsten künstlerischen Wagnis. Mit dem Lebenswerk-Preis im Rücken bleibt sie eine Provokateurin der zeitgenössischen Tanzszene – stets bereit, Erwartungen herauszufordern.

Quelle