14 April 2026, 02:20

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Wie Denkmäler Erinnerung und Streit prägen

Außenansicht des Holocaust-Museums Houston mit eingravierter Textwand, Gedenksteine, Landschaftsgestaltung, Straße mit Fahrzeugen, Straßenmast und bewölktem Himmel.

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Wie Denkmäler Erinnerung und Streit prägen

An einer ruhigen Landstraße in Brandenburg steht seit 2018 eine stählerne Statue einer Frau. Sie dient als Mahnmal für die Menschen, die in den 1940er-Jahren auf dem Gut Neuendorf im Sande zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Die Initiative für das Denkmal ging von Jutta Baumwolls Bruder aus, um ein schmerzhaftes, aber wichtiges Kapitel der deutschen Geschichte zu bewahren.

Im Kontrast dazu wurde 2020 in der Nähe des Weißen Hauses eine Statue von Christoph Kolumbus aufgestellt – als direkte Reaktion auf die Stürzung ähnlicher Denkmäler während der Black-Lives-Matter-Proteste in den USA.

Das Brandenburger Denkmal markiert den Eingang zum Gut Neuendorf im Sande und ist ein Ort der Besinnung. Jutta Baumwol, eine der Zwangsarbeiterinnen, wurde später nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Jährlich versammeln sich Besucher:innen am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und am Tag der Befreiung (8. Mai) an diesem Ort.

Im Mai wird das Mahnmal noch mehr Aufmerksamkeit erhalten, denn Jutta Baumwol wäre an ihrem 101. Geburtstag gedacht worden. Die Statue steht für ein Stück lokaler Selbstermächtigung, das dafür sorgt, dass diese Phase der Geschichte nicht in Vergessenheit gerät.

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Unterdessen ließ der damalige US-Präsident Donald Trump in Washington, D.C., eine Kolumbus-Statue vor dem Eisenhower Executive Office Building errichten. Mit dieser Entscheidung sollte der Entdecker als "ursprünglicher amerikanischer Held" neu inszeniert werden – mitten in der öffentlichen Debatte über historische Denkmäler.

Die beiden Statuen verdeutlichen auf eindringliche Weise, wie Geschichte erinnert – und umkämpft wird. Das Brandenburger Mahnmal ehrt die Opfer von Zwangsarbeit und zieht Besucher:innen zu Gedenkveranstaltungen und stiller Einkehr an. In den USA bleibt die Kolumbus-Statue ein Symbol für die anhaltenden Auseinandersetzungen um nationale Identität und historisches Erbe.

Quelle