28 March 2026, 16:16

7 Zentimeter Handlauf kosten Frankfurt Tausende Euro pro Woche – wegen einer absurden Regel

Treppe mit Geländer.

7 Zentimeter Handlauf kosten Frankfurt Tausende Euro pro Woche – wegen einer absurden Regel

Frankfurter Grundschule gibt Tausende Euro pro Woche für Sicherheitskräfte aus – wegen eines 7 Zentimeter zu kurzen Handlaufs

An der Frauenhofschule in Frankfurt kostet ein um nur 7 Zentimeter zu niedriger Handlauf die Stadt jedes Woche Tausende Euro: Weil die 103 Zentimeter hohe Brüstung die gesetzlich vorgeschriebenen 110 Zentimeter nicht erreicht, wurden zwölf Sicherheitskräfte im Treppenhaus stationiert – bis eine Lösung gefunden ist.

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Die ungewöhnliche Maßnahme stößt auf Kritik. Die kommissarische Schulleiterin Solmaz Heidlindemann nennt sie eine "Verschwendung von Steuergeldern", da eine einfache Reparatur das Problem hätte lösen können.

Der Handlauf in der Frauenhofschule steht seit einem Jahrhundert in gleicher Höhe – ohne dass es jemals zu Unfällen gekommen wäre. Dennoch beanstandete eine Routineprüfung Anfang 2024 die Abweichung von den Muster-Richtlinien für Schulbauten, die seit 2009 eine Mindesthöhe von 1,10 Metern vorschreiben. Zwar war die bestehende Höhe bisher geduldet worden, doch die aktuelle Kontrolle zwang die Behörden nun zum Handeln.

Zwölf Sicherheitskräfte überwachen seitdem rund um die Uhr das Treppenhaus – zu Kosten von etwa 13.700 Euro pro Woche. Die Aktion soll noch zwei bis vier Wochen andauern, selbst über die Osterferien hinweg. Falls einzelne Treppenabschnitte vorübergehend gesperrt werden, könnten die Ausgaben auf 5.000 bis 6.000 Euro sinken.

Bei einem Treffen am Montag soll über das weitere Vorgehen entschieden werden. Das Schul- und Immobilienamt betont, man müsse die Sicherheitsvorgaben einhalten – "unabhängig von den Kosten". Heidlindemann hingegen hält die Situation für "absurd": Eine schnelle Nachrüstung des Handlaufs hätte das Problem ohne den hohen finanziellen Aufwand lösen können.

Bis eine dauerhafte "bauliche Lösung" umgesetzt ist, bleiben die Sicherheitskräfte vor Ort. Unklar ist, warum die seit Jahrzehnten unveränderte Höhe des Handlaufs erst jetzt moniert wird. Der Fall zeigt, wie strikte Regelkonformität zu teuren Kurzzeitmaßnahmen führen kann – selbst wenn nie ein Sicherheitsrisiko bestand.

Quelle