Bundesbank plant Entscheidung über digitalen Euro noch 2024
Die Bundesbank hat signalisiert, dass in diesem Jahr eine Entscheidung über den digitalen Euro fallen könnte. Burkhard Balz, Mitglied des Vorstands, bezeichnete das Projekt als einen "digitalen Zwilling des Bargelds" und nicht als Ersatz für physische Zahlungsmittel. Nach Ansicht von Beamten würde dies die Abhängigkeit Europas von US-Zahlungsdienstleistern verringern und die Finanzstabilität stärken.
Aktuell fehlt in Europa ein privates Zahlungssystem, das in allen Mitgliedstaaten funktioniert. Der digitale Euro soll diese Lücke schließen, indem er eine einheitliche, von Europa betriebene Alternative bietet. Laut der Europäischen Zentralbank (EZB) würde ein solches System die strategische Unabhängigkeit und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents verbessern.
Burkhard Balz betonte, dass der digitale Euro Banknoten und Münzen nicht ersetzen werde. Stattdessen solle er parallel dazu existieren und Verbrauchern sowie Unternehmen eine zusätzliche Zahlungsmöglichkeit bieten. Die EZB ist zudem überzeugt, dass das Projekt die finanzielle Integration und das Wachstum in der Eurozone fördern könnte.
In einer anderen Angelegenheit lehnte es Balz ab, Details zur Prüfung der deutschen Goldreserven zu erörtern. Er berief sich dabei auf Vertraulichkeitsvereinbarungen mit den Zentralbanken, die das Gold in wichtigen Finanzzentren wie New York und London lagern. Die Bundesbank hatte zuvor argumentiert, dass die Lagerung von Reserven im Ausland den schnelleren Zugang bei Markttransaktionen ermöglicht.
Eine endgültige politische Entscheidung über den digitalen Euro wird nun für 2024 erwartet. Bei einer Genehmigung wäre dies ein bedeutender Schritt, um die Abhängigkeit Europas von ausländischen Zahlungsnetzwerken zu verringern. Die EZB sieht in der Initiative eine Möglichkeit, die finanzielle Widerstandsfähigkeit zu stärken, während gleichzeitig Bargeld im Umlauf bleibt.






