"Das deutsche Volk": Wie Hanau-Angehörige um Gerechtigkeit kämpfen
Cathleen HövelWird Rassismus immer noch nicht ernst genommen? - "Das deutsche Volk": Wie Hanau-Angehörige um Gerechtigkeit kämpfen
Ein eindrucksvoller Dokumentarfilm über den Hanau-Anschlag wird am kommenden Mittwoch, den 18. März, um 20:15 Uhr auf 3sat ausgestrahlt."Das deutsche Volk" begleitet die Angehörigen der neun Opfer auf ihrem Weg nach Gerechtigkeit und bei der Auseinandersetzung mit systemischen Versäumnissen. Unter der Regie von Marcin Wierzchowski zeigt der Film fast fünf Jahre ihres Kampfes.
Am 19. Februar 2020 ermordete ein rechtsextremer Attentäter in Hanau neun Menschen – alle mit Migrationshintergrund. Die Opfer wurden in Shisha-Bars gezielt angegriffen, die mit muslimischen und migrantischen Communities verbunden waren. Die rassistischen und islamfeindlichen Motive des Täters waren von Anfang an offensichtlich.
Wierzchowski begann unmittelbar nach dem Anschlag mit den Dreharbeiten. Über vier Jahre hinweg dokumentierte er, wie sich der Schmerz der Familien in Wut verwandelte, während sie nach Verantwortung verlangten. Sie gründeten eine Arbeitsgruppe, um die Behörden mit Vorwürfen konfrontieren: versäumte Warnsignale und institutionelle Gleichgültigkeit.
"Das deutsche Volk" hinterfragt, ob der Anschlag hätte verhindert werden können. Der Film stellt infrage, wie ernsthaft die Tat aufgeklärt wurde, und deckt tiefgreifende systemische Mängel auf. Gleichzeitig thematisiert er die gefährlichen Folgen rassistischer Überlegenheitsideologien.
Vor seiner TV-Premiere feierte der Dokumentarfilm auf der Berlinale 2025 Premiere und gewann später den Hessischen Filmpreis – ein Zeichen für seine Bedeutung und Wirkung.
Am 18. März erreicht der Film auf 3sat ein breiteres Publikum. Er zeigt den unermüdlichen Kampf der Angehörigen um Gerechtigkeit und die ungeklärten Fragen um den Hanau-Anschlag. Ihre Geschichte bleibt eine Mahnung – für Aufklärung und Veränderung.