Deutscher Biermarkt schrumpft weiter – 2023 auf Rekordtief seit Jahrzehnten
Cathleen HövelDeutscher Biermarkt schrumpft weiter – 2023 auf Rekordtief seit Jahrzehnten
Deutsche Brauereien verkauften 2023 rund 8,4 Milliarden Liter Bier – doch der Markt schrumpft weiter
Die deutschen Brauereien setzten 2023 etwa 8,4 Milliarden Liter Bier ab, doch der langjährige Abwärtstrend hielt an. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Absatz um 4,5 %, wobei der inländische Konsum stärker zurückging als die Exporte. Die Entwicklung spiegelt einen kontinuierlichen Rückgang der Bierpopularität über die letzten drei Jahrzehnte wider.
Der Inlandsabsatz machte 2023 mit 82,8 % den Großteil des Gesamtvolumens aus – ein Minus von 4,2 % gegenüber 2022. Dieser Rückgang passt ins größere Bild: In den vergangenen fünf Jahren sind die heimischen Verkäufe um 8 bis 10 % gesunken, während die Exporte in EU-Länder stabil blieben oder leicht stiegen. Besonders stark war die Nachfrage in Italien und Frankreich, wo die Ausfuhren insgesamt um 2 % zulegten.
Biermischgetränke, die 4,8 % des Gesamtabsatzes ausmachten, verzeichneten mit 9,2 % einen noch deutlicherem Einbruch. Die Exporte wiederum stellten 17,1 % der Verkäufe dar – ein Rückgang um 5,9 % im Vergleich zu 2022. Nicht enthalten in den Zahlen sind alkoholfreie Biere, Malzgetränke und Importe aus Ländern außerhalb der EU.
Saisonale Muster blieben bestehen: Die höchsten Absätze wurden im Frühling und Sommer verzeichnet, bevor sie im Herbst und Winter nachließen. Trotz des Rückgangs stellten die Brauereien ihren Mitarbeitern weiterhin 11,3 Millionen Liter Bier als kostenlose Betriebsleistung zur Verfügung.
Im Vergleich zu 2013 ist der jährliche Bierkonsum in Deutschland um 11,5 % gesunken. Noch deutlicher wird der Schwund über 30 Jahre: Seit 1993 ist der Verbrauch um 25,3 % zurückgegangen.
Die Zahlen für 2023 bestätigen einen klaren Wandel im deutschen Biermarkt. Während die inländische Nachfrage weiter schrumpft, zeigen die Exporte in einige EU-Länder eine bescheidene Widerstandsfähigkeit. Die Brauereien stehen nun vor der Herausforderung, sich an einen Markt anzupassen, der seit Jahrzehnten kontinuierlich schrumpft.






