Phishing-Betrug mit britischem ETA-System kostet Frau fast 100 Euro
Sigmund FreudenbergerPhishing-Betrug mit britischem ETA-System kostet Frau fast 100 Euro
Eine 42-jährige Frau aus dem Landkreis Gießen verlor durch einen Phishing-Betrug im Zusammenhang mit dem britischen Electronic Travel Authorisation-System (ETA) fast 100 Euro. Die Betrüger lockten sie auf eine gefälschte Website, wo sie eine Gebühr zahlte und persönliche Daten preisgab. Die Polizei warnt nun vor ähnlichen Fällen, die in ganz Deutschland zunehmen.
Der Vorfall ereignete sich Anfang April, kurz nach Einführung der ETA-Pflicht am 5. April 2024. Die Geschädigte, die eine Reise nach Großbritannien plante, geriet auf eine betrügerische Seite, die eine Zahlung von 99 Euro verlangte. Sie gab ihre Kreditkartendaten ein, lud ein Passfoto hoch und übermittelte eine Kopie ihres Reisepasses.
Am nächsten Tag erhielt sie eine Bestätigungsmail, die ihr "Visum" als gültig auswies. Misstrauisch prüfte sie die Website mit ihrer Antiviren-Software, die sie als Phishing-Versuch identifizierte. Daraufhin sperrte sie umgehend ihre Kreditkarte und erstattete Anzeige bei der Polizei.
Laut Sabine Richter, Sprecherin der Polizei, nutzen Betrüger das ETA-System gezielt aus, um Geld und persönliche Daten zu stehlen. Bis März 2026 wurden bundesweit rund 1.200 ähnliche Fälle registriert, die meisten davon von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) erfasst. Für Rückfragen steht das Präsidium Mittelhessen in Gießen, Ferniestraße 8, unter der Telefonnummer +49 641 7006-2044 zur Verfügung.
Die Behörden raten Reisenden, ausschließlich die offizielle Website der britischen Regierung für ETA-Anträge zu nutzen. Weitere Hinweise gibt es auf der Polizeiseite www.polizei.hessen.de/ppmh oder über den Twitter-Account @polizei_mh.
Durch das schnelle Handeln der Frau blieb der Schaden begrenzt – doch der Fall zeigt ein wachsendes Problem: Allein in Deutschland wurden über 1.200 Fälschungen von ETA-Websites gemeldet. Die Polizei ruft Reisende dazu auf, Websites vor der Eingabe persönlicher oder finanzieller Daten genau zu prüfen.






