07 May 2026, 08:15

Frauen dominieren Apotheken – doch Lohnungleichheit bleibt ein großes Problem

Drei Frauen in einer Apotheke, umgeben von Regalen mit Medikamenten und Materialien, mit Kartons im Hintergrund.

Frauen dominieren Apotheken – doch Lohnungleichheit bleibt ein großes Problem

Frauen stellen fast neun von zehn Beschäftigten in deutschen Apotheken – doch sie verdienen deutlich weniger

In deutschen Apotheken sind Frauen mit fast 90 Prozent der Belegschaft in der überwältigenden Mehrheit – doch sie müssen nach wie vor mit erheblichen Lohnungleichheiten kämpfen. Zum Internationalen Frauentag weist Adexa, der Verband der Apothekenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, auf die starke Abhängigkeit der Branche von weiblichen Fachkräften hin und fordert mehr Anerkennung sowie bessere Arbeitsbedingungen.

2024 arbeiteten rund 162.000 Menschen in deutschen Apotheken, davon waren 89,2 Prozent Frauen. In bestimmten Berufen ist der Frauenanteil noch höher: 96,6 Prozent der Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) und 97,5 Prozent der Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) sind weiblich. Auch unter den approbierten Apothekerinnen und Apothekern liegt der Frauenanteil bei 74,1 Prozent, und in der Ausbildung sind es 74,8 Prozent.

Trotz ihrer dominierenden Präsenz in der Branche verdienen Frauen in Deutschland im Schnitt 4,10 Euro weniger pro Stunde als Männer bei vergleichbarer Arbeit – ein Lohngefälle von etwa 16 Prozent. Tanja Kratt, Bundesvorstandsmitglied von Adexa, betont, dass Frauen in Apotheken zentrale Aufgaben übernehmen, von der Patientenberatung über die Arzneimittelsicherheit bis hin zum täglichen Betrieb. Dennoch bestehe eine strukturelle Diskriminierung, die Aufstiegschancen und Bezahlung einschränke.

Hinzu kommt, dass Frauen auch außerhalb des Berufs den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit leisten: Sie übernehmen zwei Drittel der Kinderbetreuung, verbringen mehr Zeit mit Hausarbeit und tragen die Hauptlast der Pflege von Angehörigen. Diese Mehrfachbelastung zwingt viele in Teilzeitbeschäftigung, was ihre Verdienstmöglichkeiten und die langfristige finanzielle Absicherung weiter schmälert.

Adexa fordert, dass wahre Wertschätzung für die Leistungen von Frauen auch die Bekämpfung dieser systemischen Ungerechtigkeiten umfassen muss. Kratt kritisiert, dass Lob allein ohne konkrete Maßnahmen gegen Diskriminierung keine echte Veränderung bringe.

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Die Apothekenbranche funktioniere dank des Fachwissens von Frauen – von der Abgabe von Medikamenten bis zur Organisation des Tagesgeschäfts. Doch mit niedrigeren Löhnen, höherer unbezahlter Arbeitslast und geringeren Aufstiegschancen werden die Rufe nach Reformen immer lauter. Adexas Kampagne für fairere Bedingungen zielt darauf ab, die Kluft zwischen der Abhängigkeit des Sektors von weiblichen Beschäftigten und den weiterhin bestehenden Hindernissen zu schließen.

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