20 April 2026, 00:51

Fünf neue Traditionen als immaterielles Kulturerbe in Deutschland anerkannt

Schwarz-weiß-Fotografie einer Stadtstraße in Windisch Feststritz, Deutschland, mit Gebäuden, Bäumen, Menschen, Karren und einem Himmel im Hintergrund.

Fünf neue Traditionen als immaterielles Kulturerbe in Deutschland anerkannt

Fünf neue Traditionen sind in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen worden. Dazu zählen nun die Straßenfußballkultur, das maßgeschneiderte Herren-Schneiderhandwerk, die Bräuche rund um den Martinstag, die Schaustellertraditionen auf Volksfesten sowie der kleinteilige Küstenfischfang. Vertreter der zuständigen Gremien betonten, wie diese Praktiken die lebendige kulturelle Identität des Landes widerspiegeln.

Deutschland ist seit 2013 Teil des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes, das 2003 in Paris verabschiedet wurde und mittlerweile 185 Vertragsstaaten umfasst. Bevor eine Tradition in das Verzeichnis aufgenommen wird, prüft sie der Fachausschuss Immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission.

Mit den Neuaufnahmen steigt die Gesamtzahl der anerkannten Bräuche und Fertigkeiten auf 173. Sie reichen von kreativen und inklusiven Traditionen bis hin zu jahrhundertealten Handwerken und Gemeinschaftsritualen. Die Straßenfußballkultur, lokal auch als Bolzplatzkultur bekannt, feiert den basisdemokratischen Sport, während das Herrenschneiderhandwerk handwerkliche Präzision ehrt.

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Die Martinsbräuche im Rheinland umfassen Laternenumzüge und gemeinsame Mahlzeiten. Die Schaustellerkultur auf Volksfesten bewahrt Unterhaltungstraditionen und Jahrmarktkünste. Der kleinteilige Fischfang in der Ostsee und den Boddengewässern erhält lokales seemännisches Wissen.

Katharina Binz, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, unterstrich, dass Traditionen nur dann lebendig bleiben, wenn Menschen sie aktiv pflegen. Wolfram Weimer, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, bezeichnete das immaterielle Erbe als die "lebendige Wurzel" moderner Identität. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, ergänzte, dass kulturelle Praktiken durch geteiltes Engagement und Wissensaustausch wachsen.

Das aktualisierte Verzeichnis umfasst nun 173 kulturelle Ausdrucksformen in ganz Deutschland. Die ausgewählten Traditionen zeichnen sich durch Kreativität, Inklusion und ihre Bedeutung für das Gemeinschaftsleben aus. Das Auswahlverfahren stellt sicher, dass sowohl historische Handwerkskünste als auch sich wandelnde Bräuche Teil des kulturellen Erbes bleiben.

Quelle