"Geisterrad" in Zwintschöna mahnt nach tödlichem Radunfall an gefährlicher Landesstraße
Cathleen Hövel"Geisterrad" in Zwintschöna mahnt nach tödlichem Radunfall an gefährlicher Landesstraße
In Zwintschöna ist ein Geisterrad aufgestellt worden – als stummer Mahnort für einen 64-jährigen Radfahrer, der im Juni an dieser Stelle ums Leben kam. Die Gedenkstätte steht an der Kreuzung Reideburger Straße / Am Friedrichsbad, einem Abschnitt der Landesstraße 167, auf dem Tempo 100 erlaubt ist. Radverkehrsverbände fordern nun dringend Veränderungen, um weitere Tragödien zu verhindern.
Der tödliche Unfall ereignete sich am 20. Juni 2025, als der Radfahrer an der Einmündung mit einem Auto kollidierte. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) kritisiert die Landesstraßenbaubehörde (LSBB) scharf, weil sie es versäumt habe, sichere Radwege entlang dieser Straße anzulegen. Hohe Geschwindigkeitslimits und fehlende Infrastruktur würden für Radfahrer lebensgefährliche Bedingungen schaffen, so der Verband.
Der ADFC drängt auf sofortiges Handeln: Die Geschwindigkeit an der Unfallstelle soll auf 70 km/h reduziert und ein eigener Radweg entlang der Landesstraße 167 eingerichtet werden. Damit unterstützt der Verband das Konzept Vision Zero, bei dem es kein Totes oder Schwerverletztes im Straßenverkehr mehr geben soll.
Geisterräder wie das am Friedrichsbad sind weltweit stille Mahnmale. Sie erinnern an die Opfer und machen gleichzeitig auf gefährliche Verkehrsverhältnisse aufmerksam. Die Installation folgt dem Tod des 64-Jährigen – nur einer von mehreren Radfahrern, deren tödliche Unfälle der ADFC auf mangelhafte Straßenplanung zurückführt.
Die Forderungen des ADFC zielen auf konkrete Maßnahmen ab: Tempolimits und baulich getrennte Radwege. Ohne diese Änderungen bleibe die Landesstraße 167 eine Gefahr für Radfahrer, warnt der Verband. Das Geisterrad in Zwintschöna steht nun als Mahnung dafür, was auf dem Spiel steht.






