Gericht stoppt Spiegel-Berichte zu Christian Ulmen und Deepfake-Skandal
Sigmund FreudenbergerGericht stoppt Spiegel-Berichte zu Christian Ulmen und Deepfake-Skandal
Ein deutsches Gericht hat eine einstweilige Verfügung gegen Der Spiegel wegen dessen Berichterstattung über den Schauspieler Christian Ulmen erlassen. Dem Magazin ist es nun untersagt, bestimmte Behauptungen im Zusammenhang mit dem Deepfake-Skandal um Ulmen und seine Ex-Frau, die Schauspielerin Collien Fernandes, zu veröffentlichen.
Das Hanseatische Oberlandesgericht entschied, dass Der Spiegel nicht den Eindruck erwecken darf, Ulmen habe selbst KI-generierte Fake-Pornografie mit dem Gesicht von Fernandes erstellt oder verbreitet. Zudem blockierte das Gericht die Veröffentlichung von Zitaten aus einer 50 Jahre alten E-Mail, die Ulmen an seinen Anwalt geschickt hatte, und berief sich dabei auf den Schutz der Privatsphäre.
Die Entscheidung hebt ein Urteil des Landgerichts Hamburg vom Mai auf, das die ursprüngliche Berichterstattung des Magazins noch erlaubt hatte. Ulmens Anwaltskanzlei Schertz-Bergmann argumentierte, die Spiegel-Berichte hätten eine übermäßige Medienaufmerksamkeit und öffentliche Debatte ausgelöst. Das Gericht sah keine ausreichenden Beweise für die Vorwürfe des Magazins in Bezug auf die Deepfakes.
Trotz der Einschränkungen darf Der Spiegel weiterhin über die separaten Vorwürfe von Fernandes berichten, die Ulmen körperliche Gewalt vorwirft. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt derzeit wegen des Vorwurfs der häuslichen Gewalt. Fernandes ihrerseits beharrt darauf, dass Ulmen die KI-Videos produziert und unter ihrem Namen gefälschte Social-Media-Profile eingerichtet habe.
Die einstweilige Verfügung beschränkt die Möglichkeit des Spiegel, spezifische Anschuldigungen in diesem Fall zu veröffentlichen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hat unterdessen Pläne angekündigt, die Gesetze gegen nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes zu verschärfen. Der Rechtsstreit wirft grundsätzliche Fragen zu Datenschutz, Beweisführung und digitaler Gewalt in Deutschland auf.






