Gewerkschaft fordert Steuerreform gegen soziale Ungleichheit in Wiesbaden
Philip BinnerGewerkschaft fordert Steuerreform gegen soziale Ungleichheit in Wiesbaden
Die Gewerkschaft NGG Rhein-Main hat die Politiker in Wiesbaden aufgefordert, die wachsende soziale Ungleichheit durch Steuerreformen zu bekämpfen. Geschäftsführer Hendrik Hallier warnte, dass sich die Kluft zwischen reichen und arbeitenden Bürgern weiter vergrößere. Zu den Vorschlägen der Gewerkschaft gehören die Abschaffung des Ehegattensplittings sowie die Einführung höherer Steuern auf Vermögen und Spitzenverdiener.
In Wiesbaden leben derzeit 154 Einkommensmillionäre neben 151.200 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Das bedeutet, dass statistisch auf etwa 982 Arbeitnehmer ein Millionär kommt. Die Gewerkschaft betont, dass Arbeitseinkommen stärker besteuert werde als Kapitalerträge: Ein durchschnittliches Ehepaar zahle 43 Prozent Steuern und Abgaben, während Dividenden oder Zinsen oft nur mit 25 Prozent belastet würden.
Kritik übt die NGG auch am Ehegattensplitting, das Frauen von der Berufstätigkeit abhalte und veraltete Rollenbilder zementiere. Eine weitere zentrale Forderung ist die Angleichung der Steuersätze für Arbeits- und Kapitaleinkünfte, da Erbschaften und Vermögen derzeit nur 1,1 Prozent des gesamten Steueraufkommens ausmachten.
Hallier rief die Wiesbadener CDU- und SPD-Bundestagsabgeordneten auf, sich im Rahmen des anstehenden Reformpakets der Regierung für ein gerechteres Steuersystem einzusetzen. Die Gewerkschaft besteht darauf, dass Vermögenssteuern und höhere Abgaben für Spitzenverdiener in der politischen Debatte nicht länger tabu sein dürften.
Ziel der Vorschläge ist es, die Steuerlast für Arbeitnehmer zu verringern und gleichzeitig den Beitrag der Wohlhabendsten zu erhöhen. Sollten die Reformen umgesetzt werden, würden mehr Einnahmen aus Kapitalerträgen und Erbschaften fließen. Die lokalen Politiker stehen nun unter Druck, diese Forderungen in der nächsten Runde der politischen Entscheidungen aufzugreifen.






