17 June 2026, 16:27

Italos Deutschland-Expansion 2028 löst Bahn-Streit über Wettbewerbsregeln aus

Gewerkschaft: Italo-Züge könnten Städte vom Fernverkehr abkoppeln

Italos Deutschland-Expansion 2028 löst Bahn-Streit über Wettbewerbsregeln aus

Italo, eine Tochter der EVN, plant ab 2028 Fernverkehrsverbindungen in Deutschland

Der italienische Bahnanbieter will wichtige Strecken bedienen, darunter München–Frankfurt–Köln–Dortmund sowie München–Berlin–Hamburg. Doch bereits jetzt gibt es Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf bestehende Angebote.

Die Ankündigung hat Reaktionen von Branchenvertretern und Gewerkschaften ausgelöst. Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, forderte klarere Wettbewerbsregeln. Sie warnte, dass ein unregulierter Konkurrenzkampf vor allem den Fahrgästen schaden könnte.

Michael Peterson, Leiter des Fernverkehrs bei der Deutschen Bahn, äußerte sich besorgt über die möglichen Folgen. Er erklärte, dass an 120 Bahnhöfen weniger Anschlüsse angeboten werden könnten, falls Italo auf den Markt kommt. Mindestens 16 Städte drohten sogar, ihre ICE- und IC-Verbindungen vollständig zu verlieren.

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Martin Burkert, Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), teilte diese Sorgen. Er forderte gebündelte Trassenvergabe-Lösungen, um sicherzustellen, dass Italo auch weniger rentable Regionalstrecken bedient. Burkert warnte davor, dem Anbieter zu erlauben, sich nur auf lukrative Strecken zu konzentrieren – eine Praxis, die als „Rosinenpickerei“ bekannt ist.

Auch Christian Bernreiter, Bayerns Verkehrsminister, zeigte sich besorgt. Er verwies auf die bereits jetzt angespannte Kapazität im Schienennetz und die Herausforderungen, die mit neuen Wettbewerbern einhergehen.

Italos geplante Expansion in Deutschland hat eine Debatte über Wettbewerb und Zuverlässigkeit im Schienenverkehr entfacht. Politiker und Gewerkschaften drängen auf Maßnahmen zum Schutz regionaler Verbindungen. Das Ergebnis wird die Zukunft des Fernverkehrs für Millionen Fahrgäste prägen.

Quelle