KNDS plant neue Rüstungsstandorte: Mercedes- und VW-Werke im Fokus
Der Rüstungskonzern KNDS prüft neue Produktionsstandorte in Deutschland, um die steigende Nachfrage nach Militärfahrzeugen zu decken. Das Unternehmen verhandelt über die Übernahme des Mercedes-Benz-Werks in Ludwigsfelde sowie der Volkswagen-Produktionsstätte in Osnabrück. Beide Vorhaben befinden sich noch in der Evaluierungsphase, konkrete Verträge stehen bislang aus.
In den vergangenen Jahren hat KNDS seine Produktionskapazitäten kontinuierlich ausgebaut. Erst im letzten Jahr übernahm das Unternehmen das Alstom-Werk in Görlitz. Nun plant der Konzern, in den kommenden Jahren rund eine Milliarde Euro zu investieren, um die Fertigungskapazitäten weiter auszuweiten.
Mit Mercedes-Benz laufen derzeit Gespräche über den Standort Ludwigsfelde. Der Automobilhersteller beabsichtigt, die Produktion der Sprinter-Transporter bis etwa 2030 von Ludwigsfelde nach Jawor in Polen zu verlagern. Im Rahmen dieser Umstrukturierung erwägt Mercedes-Benz, Teile des Werks an KNDS zu verpachten, um dort Militärfahrzeuge herzustellen.
Parallel dazu prüft KNDS auch das Volkswagen-Werk in Osnabrück. Rheinmetall hatte zuvor Interesse an der gleichen Produktionsstätte bekundet, sich später jedoch zurückgezogen. Die Verhandlungen fallen in eine Phase, in der die Bundeswehr in naher Zukunft bis zu 3.000 gepanzerte Radfahrzeuge vom Typ Boxer ordern könnte.
KNDS steht mit mehreren Unternehmen in Kontakt, um zusätzliche Produktionsflächen zu sichern. Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Werks in Ludwigsfelde steht jedoch noch aus. Die möglichen Übernahmen würden es KNDS ermöglichen, die Produktion im Zuge wachsender Aufträge für Militärfahrzeuge hochzufahren. Sollten die Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden, könnten die Investitionen die Rüstungsproduktionskapazitäten Deutschlands deutlich stärken. Bis auf Weiteres bleiben beide Standorte – sowohl das Mercedes-Benz- als auch das Volkswagen-Werk – in der Prüfphase.






