Lkw-Hersteller warnen vor Scheitern der EU-Klimaziele durch fehlende Infrastruktur
Ronald KramerLkw-Hersteller warnen vor Scheitern der EU-Klimaziele durch fehlende Infrastruktur
Führende europäische Lkw-Hersteller haben Bedenken gegenüber den EU-Abgasvorschriften geäußert. Sie argumentieren, dass die aktuellen Pläne den dringenden Bedarf an einer erweiterten Infrastruktur für emissionsfreie Fuhrparks außer Acht lassen. Ohne schnellere Investitionen drohe das Scheitern der europäischen Klimaziele im Güterverkehr, warnen sie.
Die Euro-7-Abgasnormen, die ab 2049 gelten sollen, erfordern einen deutlichen Ausbau der Infrastruktur für batteriebetriebene und wasserstoffbetriebene Lkw. MAN Truck, Daimler Truck und Renault Trucks nennen zwei zentrale Hindernisse: die hohen Gesamtbetriebskosten und die unzureichende Infrastruktur. Aktuell fahren noch 98 Prozent der Lkw auf Europas Straßen mit Diesel, wie Maximilian von Löbbecke, Geschäftsführer von Renault Trucks Deutschland, betont.
Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), unterstrich die Notwendigkeit tausender Wasserstofftankstellen neben einem flächendeckenden Ladenetz. Alexander Vlaskamp, Vorstandsvorsitzender von MAN Truck, forderte den monatlichen Bau von 750 bis 800 Hochleistungs-Ladestationen für Lkw, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. Der VDA schätzt zudem, dass allein Deutschland bis 2030 rund 350 Schwerlast-Ladestationen benötigen wird.
Karin Rådström, Chefin von Daimler Truck, kritisierte die zögerliche Reaktion auf die Kluft zwischen regulatorischen Vorgaben und wirtschaftlicher Realität. Sie warnte, dass ohne sofortiges Handeln die Branche den Umstieg auf emissionsfreie Fuhrparks nicht wie geplant schaffen werde.
Die Hersteller bestehen darauf, dass ein beschleunigter Infrastrukturausbau unverzichtbar ist. Ohne ihn würden die hohen Kosten und praktischen Hürden Europa daran hindern, seine Klimaziele zu erreichen. Die Branche wartet nun auf stärkere politische Unterstützung, um diese Lücke zu schließen.
