Nach 45 Jahren: Gestohlener Hofbräuhaus-Krug kehrt mit 20 Euro zurück
Ronald KramerNach 45 Jahren: Gestohlener Hofbräuhaus-Krug kehrt mit 20 Euro zurück
Ein Bierkrug, der vor über 45 Jahren aus dem Münchner Hofbräuhaus gestohlen wurde, ist endlich zurückgegeben worden. Die Touristin, vermutlich Britin oder Amerikanerin, hatte den Maßkrug 1976 als Souvenir mitgenommen und schickte ihn nun – zusammen mit 20 Euro als Entschädigung – zurück.
Die heute Ende 50-jährige Frau gab zu, den Krug während einer Europareise im Alter von nur 18 Jahren entwendet zu haben. Jahrzehnte später entdeckte sie auf der Website des Hofbräuhauses den aktuellen Preis für einen ähnlichen Krug – 19,95 Euro – und beschloss, ihn zurückzuschicken. Dem Paket legte sie 20 Euro bei, um die Kosten zu decken.
Dies ist nicht der erste Fall eines nach Jahrzehnten zurückgekehrten Kruges. 2020 gab eine Amerikanerin einen Bierkrug an die Platzl-Bierhalle zurück, den sie 55 Jahre lang behalten hatte. Das Hofbräuhaus erhält etwa drei- bis viermal pro Jahr ähnliche Sendungen mit Geld oder zurückgegebenen Krügen.
Da das Haus keine Aufzeichnungen über fehlende Krug führt, ist unklar, wie viele gestohlene Maßkrüge im Laufe der Jahre zurückgegeben oder entschädigt wurden. Die 20 Euro aus der jüngsten Rückgabe fließen jedoch an die Initiative Bunte Münchner Kindl, die sich für bedürftige Kinder in der Stadt einsetzt.
Der zurückgegebene Krug reiht sich in eine kleine, aber stetige Welle verlorener Gegenstände ein, die ihren Weg zurück in Münchens Bierhallen finden. Zwar dokumentiert das Hofbräuhaus die fehlenden Krüge nicht, doch die gelegentlichen Rückgaben kommen lokalen Hilfsprojekten zugute – diesmal Kindern in schwierigen Verhältnissen.