NDR trennt sich von Moderatorin Julia Ruhs nach politischen Diskussionen
Ronald KramerNDR trennt sich von Moderatorin Julia Ruhs nach politischen Diskussionen
Der NDR hat beschlossen, Julia Ruhs als alleinige Moderatorin des Formats Klar zu ersetzen. Der Schritt folgt Diskussionen über ihre politische Haltung und öffentliche Äußerungen in den sozialen Medien. Tanit Koch wird nun die ursprünglich Ruhs zugedachten Folgen übernehmen.
Ruhs, die sich selbst als "konservativ-liberal" bezeichnet, hatte es in nur drei Jahren von einer Ehrenamtlichen beim BR zur Moderatorin gebracht. Ihr Abschied beim NDR löste Reaktionen bei Kollegen aus dem Rundfunkbereich und bei Comedians aus.
Ruhs war zum NDR gewechselt, nachdem sie drei Folgen von Klar moderiert hatte – alle waren von der Redaktion des Senders abgesegnet worden. Dennoch gab es Fragen zu ihrer politischen Ausrichtung. So äußerte Oliver Welke, Moderator der heute-show, öffentlich Zweifel, wie stark ihre Ansichten tatsächlich nach rechts tendierten. Welke kritisierte zudem die Entscheidung des NDR und argumentierte, Ruhs hätte weitermachen dürfen.
Die Debatte weitete sich aus, als die Comedian Idil Baydar – bekannt als Jochen Bendel aus der ZDF-heute-show – den NDR verteidigte. Sie prangerte an, was sie als "Populismus und schlechten Journalismus" in der Kritik an Ruhs' Abgang bezeichnete. Ruhs selbst hatte sich zuvor auf X über die heute-show geäußert und sie als "etwas gemein, aber sehr lustig" bezeichnet.
Obwohl Ruhs nicht mehr für den NDR moderiert, behält sie ihre Rolle in der BR-Version von Klar. Ihre Nachfolgerin beim NDR, Tanit Koch, wird das Format künftig leiten.
Ruhs hatte ihre politischen Ansichten vor ihrer Zusammenarbeit mit dem NDR nicht öffentlich detailliert dargelegt. Die Trennung scheint mit den allgemeinen Diskussionen über Ausgewogenheit und Ton in den öffentlich-rechtlichen Medien zusammenzuhängen.
Die Änderung bedeutet, dass Tanit Koch nun die Klar-Folgen des NDR präsentieren wird. Ruhs bleibt beim BR, wo sie ihre Karriere als Ehrenamtliche begonnen hatte. Der Wechsel unterstreicht die anhaltenden Debatten über politische Positionierung und redaktionelle Entscheidungen in den deutschen öffentlich-rechtlichen Medien.






