Neues Kreuzberger Bündnis kämpft gegen rechtsextremes Portal Nius
Neues Protestbündnis gegen das rechtsextreme Medium "Nius" in Kreuzberg gestartet
Am Samstag formierte sich in Berlin-Kreuzberg ein neues Bündnis gegen das als rechtsextrem eingestufte Medienportal Nius. Rund 250 Menschen nahmen an der Veranstaltung in der Nähe des Dragonerareal-Geländes teil, die ohne Zwischenfälle verlief. Die Organisator:innen warfen Nius vor, spaltende Rhetorik zu verbreiten und marginalisierte Gruppen gezielt anzugreifen.
Die Kundgebung markiert den Auftakt einer koordinierten Gegenoffensive gegen die Plattform, die vom Multimillionär Frank Gotthardt finanziert wird. Die Protestierenden kündigten zudem an, in den kommenden Wochen eine Demonstration vor dem Nius-Sitz in der Ritterstraße zu organisieren.
Nius, das seinen Hauptsitz in der Ritterstraße hat, steht seit Langem wegen seiner Inhalte in der Kritik. Redner:innen bei der Veranstaltung bezeichneten das Portal als "digitale Pranger" und "Schmutzkübel", der Klischees bediene. Die Plattform greife wiederholt Geflüchtete, Klimaaktivist:innen, NGOs und die demokratische Zivilgesellschaft an, hieß es.
Trotz seiner umstrittenen Ausrichtung spielt Nius im deutschen Medienmarkt weiterhin eine untergeordnete Rolle. Das Portal gehört nicht zu den 100 meistgenutzten Online-Angeboten des Landes und verbuchte 2023 einen Verlust von 13 Millionen Euro. Sein Geldgeber Frank Gotthardt pflegt enge Kontakte zur CDU-Führung.
Auf der Veranstaltung wurden Strategien diskutiert, um dem Einfluss von Nius entgegenzuwirken – darunter Solidaritätskampagnen, Mobilisierungsmaßnahmen und direkte Gegenwehr gegen rechtsextreme Narrative. Antifaschistische Aktivist:innen übernahmen den Ordnungsdienst und sorgten für einen reibungslosen Ablauf.
Das Bündnis will seinen Protest nun direkt vor die Tür von Nius tragen. Eine Demonstration vor den Kreuzberger Büros des Unternehmens steht in Kürze an.
Die Auftaktveranstaltung zeigt, dass der Widerstand gegen Nius in Berlin wächst. Die Organisator:innen haben konkrete Schritte angekündigt, um die Botschaften und die Sichtbarkeit der Plattform infrage zu stellen. Ob das Bündnis mit weiteren Aktionen – darunter der geplanten Kundgebung in der Ritterstraße – langfristig Druck auf das rechtsextreme Medium ausüben kann, wird sich zeigen.






