NRW-Polizei rüstet sich mit digitaler Streife gegen Online-Gefahren
Nordrhein-Westfalens Polizei baut ihre digitalen Aufklärungskapazitäten massiv aus
Unter dem Projektnamen Digitale Streife stärkt die nordrhein-westfälische Polizei ihre Fähigkeiten zur digitalen Informationsbeschaffung. Behörden erweitern Teams, schulen Beamte und standardisieren Methoden zur Gewinnung öffentlich zugänglicher Informationen (OSINT – Open-Source Intelligence). Ziel der Initiative ist es, die Reaktion auf politisch motivierte Straftaten und sich schnell entwickelnde Sicherheitsbedrohungen zu verbessern.
Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat seine OSINT-Aktivitäten deutlich ausgebaut. Was einst als Zweier-Team begann, ist heute eine Abteilung mit 16 Spezialisten, darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Fabian Coenen leitet die Abteilung 22.2, die sich auf OSINT bei politisch motivierter Kriminalität konzentriert.
Im Rahmen von Digitale Streife wurde der Personalbestand des LKA um zehn Beamte aufgestockt, sechs davon in Coenens Team. Fast 100 weitere Polizisten in sechs spezialisierten Staatsschutzeinheiten bringen nun OSINT-Kompetenzen ein. Diese Einheiten unterstützen dringende Einsätze mit Bezug zur nationalen Sicherheit, insbesondere bei sich dynamisch entwickelnden politischen Ereignissen.
Ausbildung steht im Mittelpunkt der Initiative.Marc Restemeyer, Dozent beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP), hat ein standardisiertes OSINT-Schulungsprogramm mitentwickelt. Der Lehrgang umfasst zehn Module und vermittelt Beamten mit unterschiedlichen Anforderungen eine einheitliche Grundlage. Die Inhalte reichen von Techniken zur Informationsgewinnung aus öffentlich zugänglichen Quellen bis hin zur Analyse sozialer Medien.
Das LKA fungiert zudem als Koordinationsstelle für Digitale Streife, sorgt für einheitliche Standards und fördert die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Einheiten. Dazu gehören auch die Steuerung von Bürgerdialog und die Vernetzung der Kräfte, um die Effizienz in allen Bereichen zu gewährleisten.
Der Ausbau der OSINT-Fähigkeiten markiert einen Wandel im Umgang der nordrhein-westfälischen Polizei mit digitalen Bedrohungen. Mit größeren Teams, strukturierter Ausbildung und abgestimmten Maßnahmen ist die Behörde nun besser gerüstet, um Online-Risiken zu überwachen und darauf zu reagieren. Die Initiative spiegelt die wachsende Bedeutung von Open-Source-Intelligence in der modernen Strafverfolgung wider.






