RAW-Gelände in Berlin: Kultstätten kämpfen gegen drohende Schließung durch Eigentümer
Philip BinnerRAW-Gelände in Berlin: Kultstätten kämpfen gegen drohende Schließung durch Eigentümer
Ungewisse Zukunft für Berlins Kultort RAW-Gelände: Eigentümer drängt auf Umstrukturierung
Dem legendären RAW-Gelände in Berlin droht das Aus, nachdem die familiengeführte Eigentümerfirma Kurth eine Umnutzung des Areals vorantreibt. Mehrere Clubs und Kulturstätten wie das Crack Bellmer und die Cassiopeia müssen nun um ihr Überleben bangen, nachdem ihre Betriebserlaubnisse widerrufen wurden. Eine Protest-Demo mit Rave-Charakter am kommenden Samstag soll gegen die Pläne des Unternehmens mobilisieren und die bedrohten Orte retten.
Seit 2015 gehört das RAW-Gelände der Firma Kurth, die dort nun Wohnungen anstelle der Clubs errichten will. Trotz eines Beschlusses der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg, der eine solche Bebauung untersagt, verweigert das Unternehmen die Verlängerung kurzfristiger Mietverträge für mehrere Einrichtungen. Betroffen sind unter anderem die Bar zum Schmutzigen Hobby und der Lokschuppen, die ohne gültige Papiere ihre Tätigkeit nicht legal fortsetzen können.
Ein Entwurf für eine Vereinbarung liegt vor, der Kurth die Entwicklung des Geländes ermöglichen würde, gleichzeitig aber soziokulturelle Räume für mindestens 30 Jahre sichern soll. Doch es gibt weiterhin Streit darüber, wie schnell dieser Entwurf in einen verbindlichen Plan umgesetzt werden soll. Zudem hat Kurth informell ein Ultimatum bis Ende dieses Monats für eine Entscheidung über seine Forderungen gesetzt.
Die Clubbetreiber geben sich jedoch nicht geschlagen. Sie werden sich der Demonstration am Samstag anschließen, die von SPD, Grünen und der Linken unterstützt wird, um gegen das Vorgehen des Unternehmens zu protestieren und für den Erhalt des Geländes zu kämpfen.
Die Zukunft des RAW-Geländes hängt nun von den Verhandlungen zwischen Kurth, den lokalen Behörden und den betroffenen Einrichtungen ab. Kommt bis Monatsende keine Einigung zustande, könnten die bedrohten Clubs dauerhaft ihre Betriebserlaubnis verlieren. Auch der Ausgang der Samstagsdemo könnte beeinflussen, ob der Vereinbarungsentwurf mit höherer Priorität behandelt wird.






