Rödermarks Gastronomen kämpfen gegen geplante Steuererhöhung auf Speisen ab 2024
Cathleen HövelRödermarks Gastronomen kämpfen gegen geplante Steuererhöhung auf Speisen ab 2024
Eine geplante Steuererhöhung auf Restaurantmahlzeiten hat in Rödermark zu Protesten in der Gastronomiebranche geführt. Ab Januar 2024 soll der Steuersatz auf Speisen in Restaurants, Cafés und Pensionen von 7 auf 19 Prozent steigen. Lokale Betreiber haben sich nun einer bundesweiten Kampagne angeschlossen und warnen, dass die Erhöhung Kunden vertreiben und ihre finanzielle Stabilität gefährden könnte.
Der Protest in Rödermark ist Teil einer größeren Bewegung in ganz Deutschland. Gastronomen und Hoteliers fordern die Bundesregierung auf, den ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent beizubehalten, der 2020 eingeführt wurde, um die Branche während der COVID-19-Pandemie zu unterstützen. Unter dem Motto "Keine Rückkehr zum höheren Steuersatz" argumentieren sie, dass die aktuelle wirtschaftliche Lage die Erhöhung unzumutbar mache.
Bürgermeister Jörg Rotter und Till Andrießen, Leiter des städtischen Wirtschaftsreferats, unterstützen die Kampagne öffentlich. Sie verfassten einen offiziellen Brief, in dem sie darlegen, warum die Steuererhöhung die Erholung Rödermarks beeinträchtigen würde. Das Schreiben beschreibt Restaurants, Cafés und Pensionen als unverzichtbare soziale Treffpunkte – "öffentliche Wohnzimmer" –, die den Zusammenhalt der Gemeinschaft stärken.
In dem Brief wird gewarnt, dass höhere Steuern die Betriebe zwingen könnten, die Preise zu erhöhen, was Kunden abschrecken könnte. Dies wiederum könnte zu Schließungen und Arbeitsplatzverlusten führen und die Bemühungen um die Belebung der Stadt untergraben. Rotter und Andrießen bezeichnen die geplante Erhöhung als "gefährlich kurzsichtig" und betonen, dass sie sowohl Unternehmen als auch Bürger belasten würde.
Der Protestbrief wird an die hessische Landesregierung und Bundesfinanzminister Christian Lindner übermittelt. Ähnliche Appelle reichen Gastronomieverbände bundesweit ein, während sich die Branche auf die bevorstehende Änderung vorbereitet.
Die Steuererhöhung soll im Januar 2024 in Kraft treten, sofern die Regierung nicht umsteuert. Betriebe in Rödermark und darüber hinaus setzen sich für den Erhalt des 7-Prozent-Satzes ein und verweisen auf Risiken für ihr Überleben und die Gesamtwirtschaft. Die Entscheidung hängt nun davon ab, ob Bund und Länder die geplante Erhöhung noch einmal überdenken.






