Sachsen verliert 85 Apotheken in fünf Jahren – droht der Kollaps der medizinischen Versorgung?
Sigmund FreudenbergerSachsen verliert 85 Apotheken in fünf Jahren – droht der Kollaps der medizinischen Versorgung?
Apotheken in Sachsen schließen in alarmierendem Tempo – seit 2020 wurden 85 Standorte aufgegeben
Die Zahl der Apotheken in Sachsen geht weiter dramatisch zurück: Allein in den fünf Jahren bis 2025 mussten 85 Betriebe schließen. Trotz eines leichten Rückgangs der Schließungen im vergangenen Jahr zeigt sich kein Ende des Trends. Branchenvertreter warnen, dass ohne schnelles Handeln bald die medizinische Grundversorgung in ländlichen Regionen gefährdet sein könnte.
Zwischen 2016 und 2020 verlor Sachsen bereits 36 Apotheken – doch in den folgenden Jahren verschärfte sich die Lage weiter. Bis Ende 2025 hatten weitere 85 ihren Betrieb eingestellt. Im vergangenen Jahr schlossen 13 Apotheken ihre Türen – nur halb so viele wie im Jahr davor, doch weiterhin ein besorgniserregendes Signal.
Göran Donner, Präsident des Sächsischen Apothekerverbandes, schlägt seit Langem Alarm. Sein Argument: Das Problem liege nicht allein am Fachkräftemangel, sondern vor allem an der wirtschaftlichen Überlebensfähigkeit. Viele Apotheken, besonders in ländlichen Gebieten, kämpfen unter den aktuellen finanziellen Belastungen ums Überleben.
Donner warnt zudem, dass Verzögerungen bei den vom Bund angekündigten Gebührenanpassungen die Situation weiter zuspitzen könnten. Werden die geplanten Änderungen nicht zeitnah umgesetzt, drohe die flächendeckende Arzneimittelversorgung in Sachsen zusammenzubrechen. Zwar sieht der aktuelle Entwurf des Apothekenreformgesetzes erweiterte Aufgaben für die Apotheken vor – doch Donner betont, dass nur wirtschaftlich stabile Betriebe diese Anforderungen erfüllen können.
Der anhaltende Rückgang der Apotheken bedroht ganze Regionen Sachsens mit Versorgungsengpässen bei Medikamenten und medizinischen Dienstleistungen. Ohne sofortige Unterstützung könnte die finanzielle Belastung der verbleibenden Apotheken zu weiteren Schließungen führen – vor allem in strukturschwachen ländlichen Gebieten.






