"Scientology-Speedrun": Warum Jugendliche jetzt Kirchen stürmen – und was die Polizei sagt
Sigmund Freudenberger"Scientology-Speedrun": Warum Jugendliche jetzt Kirchen stürmen – und was die Polizei sagt
Ein neuer TikTok-Trend namens Scientology-Speedrun hat Deutschland erreicht. Teilnehmer stürmen Scientology-Zentren, behandeln Etagen wie Spiellevel und Sicherheitskräfte als Hindernisse. Die Herausforderung tauchte erstmals im Berliner Bezirk Charlottenburg auf, wo die Polizei einschreiten musste, nachdem eine Bloggerin einen solchen Lauf in einer örtlichen Kirche organisiert hatte.
Der Trend stammt aus den USA, wo einige Scientology-Niederlassungen nach wiederholten Eindringversuchen ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärften. Das Ziel ist simpel: so weit wie möglich in das Gebäude vordringen, bevor man gestoppt wird. In Deutschland zählt dies als Hausfriedensbruch – mit Strafen von Geldbußen bis zu einem Jahr Haft.
Der deutsche Erstversuch fand im Scientology-Zentrum an der Otto-Suhr-Allee statt. Eine in Berlin ansässige Bloggerin, online bekannt als @larahertha, hatte die Aktion organisiert, wurde jedoch von der Polizei gestoppt. Trotz der Risiken diskutieren Nutzer bereits über ihr nächstes Ziel – den Bundestag.
Scientology, das in Deutschland etwa 3.600 Mitglieder zählt, strebt danach, seine Lehren zu verbreiten und durch eigens entwickelte Methoden einen „Clear“ zu schaffen – einen angeblich vollendeten Menschen. Die Organisation steht seit Jahren in der Kritik, doch der Speedrun-Trend lenkt nun neue Aufmerksamkeit auf ihre Einrichtungen.
Die Aktion hat zu rechtlichen Warnungen und einer verstärkten Überwachung von Scientology-Immobilien geführt. Deutsche Behörden erinnern die Teilnehmer daran, dass unbefugtes Betreten eine Straftat bleibt. Gleichzeitig zeigt der Trend keine Anzeichen einer Abflachung – im Netz werden bereits neue Standorte diskutiert.






