30 March 2026, 10:22

Tausende protestieren in Köln und Bonn gegen sexualisierte Gewalt und digitale Misshandlung

Gruppe von Menschen mit einem Banner mit der Aufschrift 'Du kannst uns nicht unterkriegen, vereine widerstehe Feminist' auf einer Straße mit einem Fahrrad in der Nähe, Ballons und Drähte im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Tausende protestieren in Köln und Bonn gegen sexualisierte Gewalt und digitale Misshandlung

Tausende gingen am Wochenende in Köln und Bonn auf die Straße, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren. Die Demonstrationen folgten einer jüngsten Der Spiegel-Untersuchung zu digitaler Misshandlung, die die öffentliche Debatte neu entfachte. Die Organisatoren forderten strengere gesetzliche Schutzmaßnahmen für Betroffene und riefen Männer auf, mehr Verantwortung im Kampf gegen Frauenfeindlichkeit zu übernehmen.

Die Proteste begannen am Samstag in Köln, wo über 5.000 Menschen trotz Kälte und Regen durch die Stadt zogen. Viele trugen Schilder, darunter eines mit der Aufschrift "Girls just wanna be safe" – eine Anspielung auf Cindy Laupers "Girls Just Wanna Have Fun". Jede Rednerin und jeder Redner betonte, wie wichtig es sei, dass Männer gewalttätiges und frauenfeindliches Verhalten hinterfragen.

In Bonn versammelten sich am Sonntag mehr als 500 Menschen vor dem alten Rathaus. Die Kundgebung wurde von einem Bündnis aus Stadtratsparteien organisiert – den Grünen, der CDU, der SPD und Volt. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz dafür, sich nicht stärker für schärfere Gesetze zum Schutz von Frauen einzusetzen.

Die Proteste erfolgten nach einem Der Spiegel-Bericht aus dem Jahr 2024, in dem die Schauspielerin Collien Fernandes ihrem Ex-Mann, dem Schauspieler Christian Ulmen, digitale und psychische Gewalt vorwarf. Die Enthüllungen lösten politische Initiativen aus und führten zu einem Gesetzesentwurf von Justizministerin Stefanie Hubig (SPD), der 2026 vorgelegt werden soll. Das geplante Gesetz würde die unbefugte Verbreitung von Nacktaufnahmen, KI-generierte Deepfakes und heimliche Überwachung durch Spionagesoftware unter Strafe stellen. Zudem müssten Anbieter die IP-Adressen von Tätern an Opfer weitergeben.

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Bundeskanzler Merz sprach von einer "explodierenden Gewalt" in physischen wie digitalen Räumen und brachte diese teilweise mit Migration in Verbindung. Er betonte die Notwendigkeit härterer Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen. Unterdessen forderten CDU-Politikerinnen aus der Frauen-Union bessere Schutzmechanismen – doch die Reaktionen der Demonstrantinnen fielen verhalten aus.

Die Proteste am Wochenende zeigen den wachsenden öffentlichen Druck für rechtliche Reformen. Der zurzeit diskutierte Gesetzesentwurf soll Lücken im Schutz vor digitaler und physischer Gewalt schließen. Die Organisatoren machten deutlich: Der Kampf gegen sexualisierte Gewalt erfordert sowohl politische Weichenstellungen als auch einen gesellschaftlichen Wandel.

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