17 March 2026, 02:15

UniCredit bietet 35 Milliarden Euro für Commerzbank – doch die Politik blockiert

Liniendiagramm, das die Wertminderungen von Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

UniCredit bietet 35 Milliarden Euro für Commerzbank – doch die Politik blockiert

UniCredit startet 35-Milliarden-Euro-Übernahmeangebot für Commerzbank

Die UniCredit hat ein Übernahmeangebot in Höhe von 35 Milliarden Euro für die Commerzbank vorgelegt und bietet den Aktionären für jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue UniCredit-Aktien an. Damit wird die Commerzbank mit 30,80 Euro pro Aktie bewertet – ein Aufschlag von 10 Prozent auf den jüngsten Schlusskurs. Die Ankündigung löste eine Marktbewegung aus: Der DAX stieg im frühen Nachmittagshandel um 0,53 Prozent.

Das Angebot erfolgt nach monatelangem Widerstand der deutschen Regierung. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte die Transaktion wiederholt abgelehnt und betont, man brauche eine starke und unabhängige Commerzbank. Der Staat hält eine Beteiligung von 12 Prozent und weigert sich zu verkaufen – trotz der Freigaben durch die Europäische Zentralbank und das deutsche Bundeskartellamt.

UniCredit-Chef Andrea Orcel kontrolliert bereits fast 30 Prozent der Commerzbank-Aktien. Dennoch sprechen sich sowohl der Betriebsrat der Bank als auch die Gewerkschaft Verdi gegen die Übernahme aus. Verdi warnt vor möglichen Arbeitsplatzverlusten, sollte der Deal zustande kommen.

Am Montag drehte das Angebot die zuvor eingetretenen Verluste um. Bayer und Siemens Energy führten die Gewinne an, während fallende Ölpreise zyklische Werte und Reiseaktien wie Lufthansa und TUI belasteten. Der DAX bleibt jedoch unter Druck, notiert unter seinem 50-Tage-Durchschnitt und pendelt nahe der Unterstützungsmarke von 22.900 Punkten.

Der Übernahmeversuch steht nun vor starkem politischen und gewerkschaftlichen Widerstand. Die Zukunft der Commerzbank als eigenständige Bank bleibt ungewiss, da sich die Bundesregierung klar gegen den Deal stellt. Die Markt Reaktion deutet auf vorsichtigen Optimismus hin, doch die allgemeine wirtschaftliche Lage wirkt sich weiterhin auf die Handelsaktivitäten aus.

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