Vom belarussischen Koch zum Baustellenarbeiter: Pawels harter Neuanfang in Deutschland
Philip BinnerVom belarussischen Koch zum Baustellenarbeiter: Pawels harter Neuanfang in Deutschland
Pawel, ein 36-jähriger Koch aus Belarus, kündigte seinen Job, um im Ausland neue Erfahrungen zu sammeln. Seine Reise führte ihn von einem Lager in Deutschland zu einer Baustelle in Hamburg, wo er gemeinsam mit einem Freund arbeitete. Der Schritt war vor allem von Neugier getrieben – nicht nur vom Wunsch nach höherem Verdienst.
Pawels erste Stelle außerhalb seiner Heimat war in einem Lager in der Nähe von Köln. Die Anstellung fand er über eine polnische Zeitarbeitsfirma, die auf Instagram warb. Um dorthin zu gelangen, reisten er und sein Freund zunächst mit dem Bus nach Warschau und fuhren von dort mit einem privaten Fahrer weiter.
Die Arbeitsbedingungen im Lager waren hart, und die Bezahlung hing von der Nationalität ab: Türkische Arbeiter verdienten mehr als belarussische Kollegen in denselben Positionen. Pawels Monatslohn lag zwischen 1.100 und 1.300 Euro. Seine Unterkunft – ein Hostel, übersät mit leeren Bierflaschen – teilte er sich mit starkem Trinkern, was die Situation zusätzlich belastete.
Nach dem Lagerjob fanden Pawel und sein Freund Arbeit als Hilfsarbeiter auf einer Hamburger Baustelle. Anfangs verdienten sie sieben Euro pro Stunde, später stieg der Lohn auf acht Euro. Sie blieben bis zum Abschluss des Projekts und bis zum Ablauf von Pawels Visum.
Während seiner Zeit in Deutschland arbeitete Pawel sowohl in der Logistik als auch im Baugewerbe. Sein Einkommen schwankte, begann bei sieben Euro Stundenlohn und stieg später leicht an. Die Erfahrung gab ihm Einblick in verschiedene Jobs und Lebensumstände, bis sein Visum ihn zum Weiterziehen zwang.






