Wilderei in Hessen: Über 1.300 Fälle und kaum Aufklärung in sechs Jahren
Sigmund FreudenbergerWilderei in Hessen: Über 1.300 Fälle und kaum Aufklärung in sechs Jahren
In Hessen hat es in den vergangenen Jahren eine stetig hohe Zahl von Wilderei-Vorfällen gegeben. Zwischen 2015 und 2021 registrierten die Behörden 1.395 Fälle, bei denen 774 Tiere illegal getötet wurden. Die Zahlen verdeutlichen die anhaltenden Herausforderungen bei der Durchsetzung des Artenschutzes.
Der Großteil der Wilderei-Fälle in Hessen betraf Fische, mit 979 gemeldeten Vorfällen. Bei der Jagdwilderei wurden 416 Fälle verzeichnet, von denen nur 125 aufgeklärt werden konnten. Ermittlungen stützen sich häufig auf Hinweise von Jägern oder der Bevölkerung, da den Behörden oft konsistente Unterlagen zu Schusswaffen oder Jagdscheinen der Verdächtigen fehlen.
Keiner der dokumentierten Fälle von Wildtierdiebstahl in diesem Zeitraum wurde durch präventive Kontrollen oder Überwachung aufgedeckt. Stattdessen bleibt die Anwesenheit von Jägern in ihren zugewiesenen Revieren das wirksamste Abschreckungsmittel. Wilderei gilt als Straftatbestand und wird mit Strafen wegen Verstößen gegen Jagd- und Tierschutzvorschriften geahndet.
Die Daten zeigen, dass die Bekämpfung der Wilderei in Hessen weiterhin mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden ist. Da die meisten Fälle ungelöst bleiben und gezielte Kontrollen nicht erfolgreich sind, bleibt man auf Meldungen von Jägern und der Öffentlichkeit angewiesen. Die illegale Praxis gefährdet nicht nur den Artenschutz, sondern auch die legale Jagd.