Zerbrochene "Schwesternschaft": Warum Valeryia Jaskewitsch ihre Musik löschte
Cathleen HövelZerbrochene "Schwesternschaft": Warum Valeryia Jaskewitsch ihre Musik löschte
Ein erbitterter Streit ist zwischen der belarussischen Sängerin Valeryia Jaskewitsch und ihrer ehemaligen Managerin Hanna Nawizkaja ausgebrochen. Im Mittelpunkt des Konflikts stehen künstlerische Kontrolle, finanzielle Meinungsverschiedenheiten und die Zukunft ihres gemeinsamen Musikprojekts. Noch vor Kurzem beschrieben sich die beiden Frauen als eng verbunden – ihre Beziehung ging weit über das rein Berufliche hinaus.
Hanna Nawizkaja spielte eine entscheidende Rolle in Valeryia Jaskewitschs frühem Karriereweg. Sie half der Sängerin, ein Studium an der Belarussischen Staatlichen Universität für Kultur und Künste aufzunehmen, und fungierte sowohl als ihre Managerin als auch als engste Vertraute. Zudem investierte Nawizkaja über 20.000 US-Dollar ihres privaten Vermögens, um Jaskewitschs Arbeit zu fördern – noch bevor das Projekt regelmäßige Einnahmen erzielte.
Das Duo schloss nie einen offiziellen Vertrag ab, sondern sah sich vielmehr als "Schwestern". Später schlug Nawizkaja vor, ihre gemeinsamen Lieder beim Nationalen Zentrum für Geistiges Eigentum registrieren zu lassen und die Einnahmen hälftig zu teilen. Jaskewitsch lehnte diesen Vorschlag jedoch ab.
Die Spannungen verschärften sich, als Jaskewitsch Kritik an der oft mit ihrer Geschichte verbundenen "Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär"-Erzählung übte. Sie betonte, bereits vor der Zusammenarbeit eine etablierte Künstlerin mit eigener Fangemeinde gewesen zu sein. Um die volle Kontrolle zu erlangen, wollte sie die Vereinbarung neu gestalten: Sie forderte alle Einnahmen im Voraus und wollte das Management selbst übernehmen.
Nawizkaja bot eine professionelle Mediation an, um den Streit beizulegen, doch Jaskewitsch lehnte ab. Als Reaktion löschte die Sängerin sämtliche ihre Tracks, um die Verbindung endgültig zu kappen. Nawizkaja hingegen widersetzt sich der Entfernung von Aufnahmen, die vor 2024 entstanden sind – die Zukunft dieser Stücke bleibt damit ungewiss.
Die Eskalation hat ihr gemeinsames Musikprojekt in der Schwebe zurückgelassen. Jaskewitschs Entscheidung, ihre Titel zu löschen, markiert einen deutlichen Bruch, während Nawizkaja auf der Bewahrung der früheren Aufnahmen besteht. Ohne einen formalen Vertrag bleiben die rechtlichen und finanziellen Konsequenzen ungeklärt.






