Deutsche-Bank-Chef warnt vor Überlastung: 55-Stunden-Wochen als Normalfall in Frankfurt
Ronald KramerDeutsche-Bank-Chef warnt vor Überlastung: 55-Stunden-Wochen als Normalfall in Frankfurt
Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing äußert Sorgen über Deutschlands wirtschaftliche Zukunft – und verweist auf deutliche Unterschiede bei den Arbeitszeiten im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Aktuelle Zahlen zeigen, dass Mitarbeiter der Bank in Frankfurt häufig lange Schichten einlegen, wobei junge Angestellte bereits bis Mittwoch die reguläre Wochenarbeitszeit erreichen.
Laut internen Daten arbeitet ein durchschnittlicher Deutsche-Bank-Mitarbeiter 55,9 Stunden pro Woche. In der Investmentbanking-Sparte liegt der Wert noch höher: 62,6 Stunden im Schnitt. Junior-Banker in Frankfurt sollen demnach bis Mittwochmorgen bereits mehr als 40 Stunden absolviert haben – eine Belastung, die viele Standard-Arbeitswochen übersteigt.
Berichten zufolge gab es unter den deutschen Belegschaften Widerstand gegen die im Februar 2023 verhängte "Zurück-ins-Büro"-Pflicht der Bank. Zwar existieren keine direkten Vergleiche zwischen deutschen und internationalen Kollegen, doch sehen die nationalen Arbeitsgesetze eine tägliche Höchstarbeitszeit von acht Stunden vor (mit Ausgleichsmöglichkeiten auf bis zu zehn Stunden). Zum Vergleich: Der durchschnittliche Wochenarbeitsumfang aller Erwerbstätigen in Deutschland lag 2024 bei etwa 25,6 Stunden.
Doch nicht nur bei der Deutsche Bank zeichnen sich Veränderungen ab. Apollo Global Management bereitet laut Berichten den Start eines neuen Handelsgeschäfts vor, das sich auf privately originierte Kredite spezialisiert – ein Bereich mit aktuell hoher Nachfrage. Gleichzeitig schloss Andreessen Horowitz sein Büro in Miami, nachdem das Interesse der Mitarbeiter an ICO- und NFT-Projekten nachgelassen hatte. Zudem kehrte Vincent Hall nach zwei Jahren bei Citadel als Sales Trader zu Citi zurück.
Auch die Kommunikationsgewohnheiten wandeln sich: Vor allem die Generation Z setzt im Berufsalltag zunehmend auf Telefonate statt auf E-Mails oder Nachrichten.
Sewings Warnungen unterstreichen den Druck auf deutsche Arbeitnehmer, mit den längeren Arbeitszeiten in anderen europäischen Ländern mitzuhalten. Die eigenen Daten der Deutsche Bank belegen die Kluft – Frankfurt-Mitarbeiter überschreiten oft die 55-Stunden-Marke pro Woche. Die Schwierigkeiten der Bank mit der Büropflicht und die branchenweiten Umbrüche deuten auf anhaltende Herausforderungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer alike hin.






