Gebrauchtwagenmarkt bleibt 2024 angespannt – Preise nahe Rekordniveau
Ronald KramerGebrauchtwagenmarkt bleibt 2024 angespannt – Preise nahe Rekordniveau
Deutschlands Gebrauchtwagenmarkt bleibt angespannt – die Preise sind nach wie vor hoch, und das Angebot ist knapp. Zwar hat sich die Lage 2024 leicht stabilisiert, doch die durchschnittlichen Kosten liegen weiterhin nahe den Rekordwerten aus der Pandemiezeit. Die Nachfrage übersteigt das Angebot weiterhin deutlich, was den Markt unter Druck hält.
Die Pandemie löste eine Kettenreaktion aus, die den Gebrauchtwagenmarkt grundlegend veränderte. Halbleiterhersteller verlagerten ihre Kapazitäten von den Automobilproduzenten weg, um die stark gestiegene Nachfrage nach Unterhaltungselektronik und IT-Produkten zu bedienen. Als die Nachfrage nach Neuwagen schneller als erwartet wieder anstieg, hatten die Hersteller Schwierigkeiten, ausreichend Chips zu beschaffen – die Produktion neuer Fahrzeuge kam ins Stocken.
Dieser Mangel trieb viele Käufer in den Gebrauchtwagenmarkt, wo die Preise daraufhin stark stiegen. Zwischen 2021 und 2022 kletterten die Durchschnittspreise für Gebrauchtwagen um etwa 19 Prozent – der größte Anstieg in einem so kurzen Zeitraum. Anfang 2025 lag der durchschnittliche Preis bei rund 27.800 Euro, fast unverändert zum Vorjahr.
Die Bestände haben sich noch nicht vollständig erholt. Die Lagerbestände an Gebrauchtwagen liegen weiterhin etwa 25 Prozent unter dem Niveau vor der Pandemie, während die durchschnittliche Standzeit eines Fahrzeugs beim Händler auf etwa 57 Tage gesunken ist. Dennoch stiegen die Halterwechsel 2024 um 7,4 Prozent auf 6,48 Millionen Einheiten.
Einige Modelle schneiden dabei besser ab als andere. Beliebte SUVs wie der VW Tiguan oder der BMW X1 behalten hohe Wiederverkaufswerte. Gleichzeitig halten dreijährige gebrauchte Batterie-Elektrofahrzeuge noch etwa 50 Prozent ihres ursprünglichen Preises, was auf einen zwar weicheren, aber stabilen Markt für Gebraucht-E-Autos hindeutet.
Zwar gibt es Anzeichen für eine allmähliche Beruhigung des Gebrauchtwagenmarkts, doch die Preise bleiben deutlich über dem Vorkrisenniveau. Bei weiterhin knappen Beständen und anhaltend starker Nachfrage haben Käufer nur begrenzte Auswahl – und müssen tief in die Tasche greifen. Der Umstieg auf Elektrofahrzeuge bringt zusätzlich Bewegung in einen ohnehin schon angespannten Markt.






