Natalie Pawlik: Erste Beauftragte mit eigener Migrationserfahrung für Aussiedlerfragen
Cathleen HövelNatalie Pawlik: Erste Beauftragte mit eigener Migrationserfahrung für Aussiedlerfragen
Natalie Pawlik übernahm im April 2023 das Amt der Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. Sie ist die erste Person in dieser Position, die über direkte Erfahrungen als Mitglied der Gemeinschaften verfügt, die sie nun vertritt. Als Kind aus Russland nach Deutschland gekommen, bringt sie eine persönliche Perspektive in ihre Arbeit ein.
Pawlik kam als junges Mädchen nach Deutschland und musste sich zunächst mit zahlreichen Herausforderungen auseinandersetzen. Sprachbarrieren und Vorurteile gegenüber Russlanddeutschen erschwerten ihr die Eingewöhnung. Dank der Unterstützung ihrer Familie und lokaler zivilgesellschaftlicher Organisationen gelang es ihr, diese Hürden zu überwinden.
Mitte September 2023 nahm sie als Vertreterin der Bundesregierung am zwölften Kongress der Deutschlandkirgisen in Bischkek teil. Dort betonte sie die Bedeutung der Bewahrung der Erzählungen älterer Generationen, die aus eigener Erfahrung berichten können. Zudem sprach sie sich für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Kirgisistan aus, insbesondere in der Jugendarbeit und im Bereich des kulturellen Erbes.
Als direkt gewählte Bundestagsabgeordnete vertritt Pawlik die Region Wetterau in Hessen. Sie ist Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales. Ihr politisches Engagement konzentriert sich auf Integration, die sie nicht durch Abgrenzung, sondern durch die Nutzung von Chancen und den Aufbau von Netzwerken fördern möchte.
Offen spricht Pawlik über die Vorteile von Migration, wie das Aufwachsen mit zwei Sprachen und die Bereicherung durch kulturelle Vielfalt. Sie beschreibt sich selbst als entschlossen, engagiert und einfühlsam – Eigenschaften, die durch ihren Lebensweg, ihre Familiengeschichte und ihre Bildung geprägt wurden.
Pawliks Ernennung markiert einen Wandel in der Vertretung von Aussiedlern und nationalen Minderheiten in Deutschland. Ihr Hintergrund und ihre Prioritäten zielen darauf ab, den Dialog zu stärken, die Geschichte zu bewahren und die Integration zu verbessern. Im Mittelpunkt stehen dabei konkrete Maßnahmen zur Unterstützung der Gemeinschaften und zur Förderung des interkulturellen Verständnisses.






