Lehrerin soll 16 Jahre lang Krankengeld kassiert und heimlich gearbeitet haben
Philip BinnerLehrerin soll 16 Jahre lang Krankengeld kassiert und heimlich gearbeitet haben
Eine Lehrerin des Berufskollegs Wesel bezieht seit über 16 Jahren bezahlten Krankengeldbezug – ohne ausreichende Überprüfung. Nun steht sie im Verdacht, den Staat betrogen zu haben, nachdem Beweise aufgetaucht sind, dass sie während dieser Zeit in der alternativen Medizin tätig war und gleichzeitig ihr volles Gehalt vom Land erhielt.
Die Pädagogin unterrichtete zuletzt regelmäßig im Jahr 2009, bevor sie ärztliche Atteste vorlegte, die eine psychische Erkrankung bescheinigten. Trotz ihrer Abwesenheit wurde ihr Zustand in all den Jahren nie von einem Amtsarzt überprüft. Stattdessen soll sie währenddessen eine Praxis für alternative Medizin betrieben haben – und weiterhin ihr Landesgehalt kassiert haben.
Im April durchsuchten Ermittler ihr Haus in Duisburg und beschlagnahmten Unterlagen sowie digitale Geräte. Die Staatsanwaltschaft prüft nun den Verdacht des gewerbsmäßigen Betrugs für den Zeitraum von 2021 bis 2025. Zudem wird untersucht, ob die Lehrerin und eine Mitarbeiterin des Bezirksregierungs Düsseldorf, die mit ihrem Fall befasst war, ihre dienstlichen Pflichten vernachlässigt haben.
Der langjährige Ausfall hat Nordrhein-Westfalen veranlasst, die Kontrollen bei Langzeiterkrankungen zu verschärfen. Künftig sollen Fälle stärker unter die Lupe genommen werden, in denen Beschäftigte über längere Zeit ohne ausreichende Prüfung fehlen.
Die Ermittlungen laufen noch, ob die Lehrerin den Staat betrogen hat, indem sie Krankengeld bezog, während sie anderweitig arbeitete. Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnte der Fall zu rechtlichen Konsequenzen führen und eine strengere Umsetzung der Krankschreibungsregeln im gesamten öffentlichen Dienst nach sich ziehen. Das Land hat bereits angekündigt, ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern.






