Rechtsextreme Gewalt in Schnellroda: Schweizer Aktivisten attackieren Journalisten
Ronald KramerRechtsextreme Gewalt in Schnellroda: Schweizer Aktivisten attackieren Journalisten
Ende Januar kam es in Schnellroda in Ostdeutschland zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, als sich dort rechtsextreme Aktivisten versammelten. Unter den Teilnehmern befanden sich auch Führungskräfte der Schweizer Gruppe Junge Tat, deren aggressives Vorgehen nun Ermittlungen der Polizei und juristische Prüfungen in der Schweiz ausgelöst hat.
Rund 30 vermummte Extremisten, darunter Manuel Corchia und Tobias Lingg, gingen gezielt gegen Journalisten des Mediennetzwerks Recherche-Nord vor. Corchia beschädigte ein Kameraobjektiv, während Lingg Fotografen mit Wasser besprühte. Obwohl niemand verletzt wurde, führten die Angriffe zu Ermittlungen wegen Diebstahls, Körperverletzung und Beleidigung.
An der Veranstaltung nahmen auch der österreichische Rechtsextremist Martin Sellner sowie Mitglieder der Jugendorganisation der deutschen AfD teil. Besonders brisant ist die Beteiligung von Corchia und Lingg, da gegen sie in der Schweiz bereits ein Prozess wegen anderer Delikte ansteht. Ihr Verhalten in Deutschland könnte nun die Aufmerksamkeit der Schweizer Staatsanwaltschaft weiter verstärken.
Offizielle Details zu den Schweizer Vorwürfen liegen bisher nicht vor, doch Gerichtsakten und Schweizer Medienberichte dürften in den kommenden Monaten weitere Erkenntnisse liefern.
Der Vorfall unterstreicht die zunehmenden Spannungen zwischen rechtsextremen Gruppen und der Presse. Angesichts der anstehenden Gerichtsverfahren könnte das Verhalten von Corchia und Lingg in Deutschland Auswirkungen auf ihren Prozess in der Schweiz haben. Die Behörden ermitteln weiterhin wegen der in Schnellroda gemeldeten Übergriffe und Belästigungen.






