Rhein-Main-Link: Warum Hessen über Stromtrassen und Naturschutz streitet
Cathleen HövelRhein-Main-Link: Warum Hessen über Stromtrassen und Naturschutz streitet
Pläne für den Rhein-Main-Link: Schlüssiges Stromprojekt in Hessen stößt auf Widerstand
Die Pläne für den Rhein-Main-Link, ein zentrales Strominfrastrukturprojekt in Hessen, stoßen auf Kritik lokaler Behörden. Die Stadt Rüsselsheim am Main und der Kreis Groß-Gerau haben Bedenken gegen die geplante Trassenführung geäußert und fordern mehr Transparenz sowie eine stärkere Einbindung in die Entscheidungsprozesse. Die unterirdische Stromleitung soll einen Beitrag zu Deutschlands Ziel leisten, bis 2045 klimaneutralen Strom zu erzeugen.
Beim Bau des Rhein-Main-Links sollen vier Hochspannungskabel in einem 80 Meter breiten Graben verlegt werden. Nach Fertigstellung wird die unterirdische Trasse etwa 40 Meter breit sein. Über der Leitung gelten Nutzungsbeschränkungen: Tiefwurzelnde Bäume oder Pflanzen sind verboten, um die Kabel zu schützen.
Kritiker verweisen auf die ökologischen Folgen des Projekts und warnen vor Zerschneidung der Landschaft sowie Beeinträchtigungen von Tierwanderrouten. Der Kreis Groß-Gerau lehnt den derzeit favorisierten Korridor ab und verlangt eine faire Prüfung alternativer Streckenführungen.
Rüsselsheim am Main hat bereits während der ersten öffentlichen Anhörung Stellung bezogen. Nun drängt die Stadt auf die Einrichtung einer technischen Arbeitsgruppe, an der auch der Kreis und weitere betroffene Kommunen beteiligt sein sollen, um ihre Belange in der weiteren Planung zu verankern. Zudem fordern die Verantwortlichen, dass die Projektverantwortlichen sie in künftige Entscheidungen einbeziehen.
Die ersten Abschnitte des Rhein-Main-Links könnten bereits ab 2033 in Betrieb gehen.
Die lokalen Behörden bleiben bei ihrer Kritik an der Trassenführung und den Umweltauswirkungen. Die Forderung nach einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zeigt den Willen, größeren Einfluss auf die Planung zu nehmen. Da der Baubeginn noch in diesem Jahrzehnt ansteht, wird der Ausgang der aktuellen Diskussionen maßgeblich darüber entscheiden, wie das Projekt voranschreitet.






