"Tagesschau" testet 30-Minuten-Format – bringt das mehr Zuschauer?
Sigmund Freudenberger"Tagesschau" testet 30-Minuten-Format – bringt das mehr Zuschauer?
Die ARD testet eine längere Version ihrer Flaggschiff-Nachrichtensendung Tagesschau. Der Probebetrieb startet am Montagabend mit einer 30-minütigen Ausgabe um 20:15 Uhr – statt der üblichen 15 Minuten. Ziel ist es, mehr Zuschauer zu gewinnen und das Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu stärken.
Doch ob das erweiterte Format Zukunft hat, steht noch nicht fest: Eine endgültige Entscheidung wurde noch nicht getroffen. Der Versuch ist Teil der ARD-Bemühungen, Nachrichten alltagsrelevanter zu gestalten. WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn argumentiert, dass die zusätzliche Zeit helfe, globale Ereignisse mit persönlichen Erfahrungen zu verknüpfen. Ein vertieftes Format komme dem Publikum besser entgegen, so seine Überzeugung.
Nicht alle jedoch unterstützen die Änderung. Anna Mayr von der Zeit etwa hält eine bessere Qualität für wichtiger als eine längere Sendezeit. Einige Journalisten fragen zudem, ob die Jagd nach Alltagsbezügen die richtige Strategie für ein seriöses Nachrichtenformat sei.
Kritiker warnen, dass der 30-Minuten-Slot das ARD-Abendprogramm durcheinanderbringen könnte. Andere halten 15 Minuten für ausreichend und sehen in der Verlängerung keinen Mehrwert. Angesichts der Komplexität der ARD-Entscheidungsprozesse könnte es zudem dauern, bis über den Erfolg des Tests – und eine mögliche dauerhafte Umsetzung – entschieden wird.
Vergleichszahlen zu den Einschaltquoten der klassischen 15-Minuten- und der erweiterten 30-Minuten-Version liegen noch nicht vor. Der Testlauf beginnt mit der Montagsausgabe am Abend, doch über die langfristige Zukunft des Formats ist noch nicht entschieden. Sollte der Versuch gelingen, könnte die verlängerte Tagesschau das ARD-Abendprogramm nachhaltig prägen. Vorerst wartet der Sender ab, wie das Publikum reagiert.






