25 April 2026, 12:38

Wiesbaden verwandelt die ganze Stadt in eine revolutionäre Theaterbühne

Offenes Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts" mit sichtbarem Text und einem Logo auf einer Innenseite.

Wiesbaden verwandelt die ganze Stadt in eine revolutionäre Theaterbühne

Das Hessische Staatstheater Wiesbaden startet mit einer einfachen, aber provokanten Frage in die mutige Spielzeit 2026/2027: Wem gehört die Stadt? Dieses Jahr sprengt das Programm alte Grenzen – Straßen, Plätze und sogar eine historische Burg werden zu Bühnen. Das Publikum bleibt nicht länger Zuschauer, es wird selbst zum Teil der Handlung.

Die Spielzeit beginnt mit einer opulenten, immersiven Fassung von Carl Orffs Carmina Burana, bei der über 200 Mitwirkende auf der Bühne stehen. Doch der eigentliche Wandel zeigt sich in Projekten wie der Sinfonie für 100 Bürger:innen, bei der die Grenze zwischen Künstler:innen und Publikum vollständig verschwimmt. Gewöhnliche Stadtbewohner:innen betreten die Bühne – oder vielmehr: Die Bühne ergreßt Besitz von ihrem Alltag.

Eines der experimentellsten Formate, Metropolis Wiesbaden, schickt Schauspieler:innen und Musiker:innen direkt in den öffentlichen Raum. Sie begegnen Menschen, die vielleicht noch nie ein traditionelles Theater betreten haben, und verwandeln zufällige Begegnungen in Aufführungen. Selbst die Wartburg, ein historisches Wahrzeichen, wird zum lebendigen urbanen Treffpunkt – mit spontanen Zusammenkünften und ganz alltäglichen Momenten.

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Auch Opern-Flashmobs werden ohne Vorwarnung auftauchen, feste Spielpläne und Veranstaltungsorte hinter sich lassend. Gleichzeitig setzt das Hessische Staatsballett stark auf zeitgenössische Werke und lotet neue Grenzen in Bewegung und Erzählweise aus. Im Musiktheater verwebt das Ensemble Gespräche zwischen Vergangenheit und Gegenwart und lässt Geschichte unmittelbar und lebendig wirken.

Das Ziel ist klar: Das Theater soll zu einem Resonanzraum werden, in dem Kunst nicht nur auf der Bühne stattfindet, sondern durch die ganze Stadt hallt.

In dieser Spielzeit definiert das Hessische Staatstheater Wiesbaden neu, was Theater sein kann. Aufführungen entfalten sich in Parks, auf Straßen und an unerwarteten Orten – alle sind eingeladen, mitzumachen. Indem es die Trennlinie zwischen Künstler:innen und Publikum aufhebt, stellt das Programm nicht nur die Frage, wem die Stadt gehört – es übergibt den Schlüssel.

Quelle